r 6 e r i ch t der eidgenössischen Herrn Experten zur Besichtigung der Bernhardiner- und Splügner- Straße, über deren Zustand im Juli 1840. (Dieser, den eidgenössischen Standen schon bekannte Bericht wird hier zur Erinnerung an dessen sehr beachtenöwerthen Inhalt, und zwar mit Rücksicht auf manche Leser im eigenen Kanton, in einer deutschen Uebersetznng a»S dem französischen Original, mitgetheilt , um eine gründliche Kenntnisinahme vom Zustande unseres SkraßenwesenS für jedermann zn erleichtern. Zu bemerken ist in Betreff der Ortsenkfernnnge», daß bei unserm Straßenbanwcse» die Wegstunde zu L500 Meter oder ibvuo Schuh nen Schweizecmaß, übereinstimmend mit dem früher bei u»S bestandenen, — hingegen bei den eidgenössischen Behörden zu LUUd Meter oder 16VW Schuh, angenommen ist, so daß die erste z» der letzter» sich verhält wie 15 zu 16.) Von dem hohen Vorort damit beauftragt, bei Anlaß eines vom hohen Stande Graubünden gestellten Ansuchens um Erneuerung des von ihm bezogenen Weggeldes, die über den Bernhardiner- und den Splügnerberg führenden Straßen, hinsichtlich ihrer Bauart zu untersuchen, habe ich die Ehre, nach der so eben von mir, im Vereine mit Herrn Altlandammann Sidler, eidgenössischem Zollrevisor, vorgenommenen Inspektion, folgende Bemerkungen vorzulegen. Es war im Jahre 1817, alS Hr. Poccobelli, als Ingenieur und Unternehmer, mit der Erbauung der Bernhardiner- und Splügner- Handelsstraßen, auf Kosten des hohen Standes Graubünden beauftragt wurde. Dieses Unternehmen, von großem Nutzen für diesen Kanton und die ganze östliche Schweiz, war auch eines der großartigsten und schwierigsten, deren Gedanke bisher in unserm Vaterlande aufgefaßt worden war. Ueber große Flüsse und Abgründe Brücken zu schlagen, ungeheure Felsenmassen zu sprengen oder zu durchbrechen, gegen die Heftigkeit reißender Waldbäche zu kämpfen, sich gegen die Schneelawinen zu schützen: dieß war, von der Tiefe der Thäler bis aus den Rücken des Hochgebirges hinauf, die zu lösende Aufgabe. Jetzt, wo eine bequeme und sichere Straße diesen großartigen Bau in allen seinen Einzelnheiten in Augenschein zu nehmen erlaubt, wäre es ein Leichtes einige derselben zu tadeln; allein die Hindernisse sind einmal überwunden worden; der Zweck ist erreicht und es bleibt blos das Gefühl der Bewunderung übrig. Bisher hat die Erbauung und die Unterhaltung dieser Straßen 2,000,000 Gulden erfordert. *) Von Chur aus bis in das Dorf Splügen besteht nur Eine Straße für die beiden Pässe der Alpen, welche wir zu besuchen hatten. Jene Straße beginnt bei der Brücke über die Plessur, zwischen der Stadt Ckur und ihrer Vorstadt, und ihre Länge beträgt bis Splügen 116/ig Stunden zu 4500 Meter, oder zu 15000 Fuß von 3 Deeimetern. Von Splügen aus führt die Bernhardiner-Straße durch das Thal Rhcinwald, bis zum Dorfe Hinterrhein, von wo aus sie nach und nach den Gipfel deS Hochgebirgs erreicht, um ins Misorerthal binunterzuführerr, und sich bis an die Tessincrgrenze zu erstrecken. Diese Linie beträgt l4^/io Stunden. ) Nämlich ohne Abzug der Rückvergntunge» laut Beilage k,ir. .1. hievorne. A n m. der Kanzlei. 4 Zm Dorfe Splügen selbst führt die Straße über den Rhein und erreicht, auf der Höbe, in einer Entfernung von iVio Stunden, die lombardische Grenze. Die ganze Längenentwickelung der beiden vereinten Straßen betrügt also 28,2 Stunden zu 4500 Meter. Die durchschnittliche Breite beträgt 6 Meter, die Seitengrüben nicht gerechnet An den schwierigen Stellen 'des Verlornen LocheS, in der Via niala und an andern, ist die Breite minder bedeutend. Sie betrügt aber da mehr, wo Kehren angebracht sind. Die Breite der alten Drücken ist im Durchschnitt geringer als 0 Meter, die der neuen aber erreicht dieses Maß. Die bedeutendste Steigung kommt unterhalb der Gallerte des Verlornen Loches vor; sie beträgt 10 - 11 o/„ aber blos in einer Ausdehnung von 150—200 Meter. Die Steigung in der V,'.-, mala betrügt 0—M/,, ausgenommen aus der neu erbauten Strecke, die diesen merkwürdigen Eng-Paß mit einer sehr schönen Drücke endigt, und wo sie auf 4'/z — 5 o/g ermäßigt ist- Auf dem Bernhardin steigt die Straße von der Hinter. rbemer-Drücke an, erst 4 — <>o/g, gegen den Gipfel Zm Misoxerthal beträgt das Gefäll in der Regel 7--8 »/st, übersteigt aber nirgends 0°/». Die neue Straßenstrecke aus dem Splügnerderg steigt 7 —8v/g, und blos 4»/, bei der Gallerie, so wie auch bei der Marmorbrücke. Bei allen Kehren, ohne Ausnahme, kommt eine geringere Steigung vor. 3n der Tiefe der Thäler sind die Abhänge selten von der Art, daß die Pferde nicht im Trab gehen könnten. Ueberall aus der Straße, wo wenig oder keine Gefahr vorhanden ist, sind steinerne oder hölzerne Räderabweiser , an den gefährlichen Orten hölzerne Geländer oder Drustmauern angebracht worden. Aus dem Berge sind diese Geländer höher, damit sie auch dann von Nutzen seien, wenn der Boden der Straße um einige Schuh durch den Schnee erhöht wird. Als Schutzwchr gegen Lawinen sind auf dem Dernharbinerberg vor und hinter der Muccia- *) Brücke zwei lange hölzerne Gallerten, die eine in neuester Zeit, erbaut worden. Auf der neuen Strecke des Splügnerbcrgs befindet sich zu gleichem Zwecke eine ähnliche Gallerie, wodurch man der Straße um so leichter eine geradere Richtung geben konnte. Dieselbe Gallerie ist gemauert und von ebenso fester als gefälliger Bauart. Man findet auf dem Bernhardinerberg ein geräumiges, das ganze Zabr durch bewohntes ZufluchtShaus, und verschiedene Hütten für Wegmacher. Auf dem Splügnerberg gibt es bis jetzt nur Wegmacher-Hütten; aber man bat auch da die Erbauung eines Zufluchthauses vor. Ich erlaube mir über die ursprüngliche Erbauung der Straße zwei Bemerkungen: 1) Die Kehren sind im Allgemeinen zu enge; viele von denselben haben kaum 4 Meter im Halbmesser, von Mitte zu Mitte; und 2) Beinahe durch alle Dörfer ist die Straße zu enge, und hat viele Krümmungen. Dieses läßt sich natürlich mit der bisher dringenden Nothwendigkeit, sich auf die nöthigste» Ausgaben zu beschränken, entschuldigen. Auch will ich diese zwei Punkte nur andeuten, da übrigens sowohl die Regierung als die Ingenieurs BündcnS dieselben nicht übersehen haben. Zwei Unglücksfälle haben in dem zehnjährigen Zeitabschnitt von 1830— I84v, der eine im August 1834, der zweite im Dezember 1830, stattgefunden- Die Wasserverheerungen von 1834 sind besonders furchtbar gewesen- An 72 Stellen wurde die Straße weggerissen, und an mehreren mußte die gänzliche Wiedererbauung einer Stunden langen Straßenstrecke, so wie auch ungeheure Wasserbauten, die letzt bei weitem noch nicht vollendet sind, vorgenommen werden. Das Wasser führte so viel Geschiebe, baß das Flußbett der Moesa zu Soazza, bei der Vereinigung mit der Giuvegna, um 48 Schuh erhöht ist, und daß der Laus der Waldbäche an vielen Orten höher siebt als der anliegende Boden. * > oder Miiggia. 5 Die Wuhr-, Drücken- und Straßenbauten, welche durch diese Verheerungen nothwendig wurden, machen den Herren Ingenieurs Graubündens, denen Herr Richard Lanicca mit Recht vorsteht, die größte Ehre- Jetzt sind die Steigungen sanfter, die Kehren hinlänglich breit, die Mauerarbeiten von großer Festigkeit, die Drücken kühn und gefällig, die Wuhren gegen Unterspülungen durch breite Vordämme hinlänglich geschützt. In allem befolgt man eine strenge Sparsamkeit, benutzt zugleich die Erfahrungen der Vergangenheit und eine Uebersicht des Ganzen, welche alle Sicherheit für die Zukunft gewährt. Man kann nicht umhin zu erstaunen, beim Anblick dessen, was der Stand Graubündten, bei nothwendig beschränkten Hülfsmitteln, für seine Straßen zu thun im Fall ist. Von 1830 — 1839 einschließlich haben sich die Ausgaben für die Bernhardiner- und die Splügnerstraße auf fl. 774,188 — belaufen. Dieselben betrugen im Jahr 1833 fl. 26391 — stiegen 1834 auf fl- 52098, - 1835 auf fl. 146410 - und betragen noch fl. 93464 —im Jahr 1839. Alle diese Ausgaben kann man als bloße Unterhaltungskosten betrachten, da keine andern Straßenstrecken neu erbaut wurden, las die, welche weggerissen worden waren- Von Chur auS bis an die Tessiner- und die Lombardische Grenze darf man die Straße als vollkommen gut unterhalten erklären. Diese Unterhaltung geschieht auf Kosten der Regierung; blos sind die Privatleute, die ein Gespann besitzen, gehalten, jährlich einen Tag lang dasselbe zur Führung des Materials herzugeben. Fortwährend sind Wegmacher auf der Straße beschäftigt und beinahe daS ganze Jahr durch werden ihnen Arbeiter zur Aushülse beigegeben. Eben so große Sorgfalt wird darauf verwendet, die Güte und Sicherheit der Straße auch im Winter zu erhalten. Die Wegmacher gehen fortwährend darauf hin und her, um sie offen zu halten, und den Reisenden Hülfe darzureichen. Jeden Morgen, wenn Schnee gefallen ist, bahnen sie den Weg von einer Station zur andern mit einem schwer beladenen Schlitten, der den Boden befestigt und den Postwagen oder den Transitfuhrwerken voranfährt. Wenn der Schnee zu schmelzen beginnt, läßt man dessen Ausschöpfung streckenweise durch Uebernehmer oder durch Taglöhner in der für öffentliche Fuhrwerke erforderlichen Breite bewerkstelligen; wobei in bestimmter Entfernung Ausweichplätze für begegnende Fuhrwerke angebracht werben. Alle von mir angestellten Beobachtungen und alle Erkundigungen, die ich einzog, haben mich vollkommen befriedigt. Nachdem man die großen Schwierigkeiten überwunden hat, trachtet man, so viel ist sichtbar, nach allmä- liger Verbesserung. Ich überlasse eS dem Herrn Zollrevisor, sich mit der Frage über den Tarif des Weggeldes zu beschäftigen. Nur bemerke ich, daß, wenn man in den Jahren 1820 und 1830 schon genügende Gründe harte, dem Ansuchen des h. Standes Graubünden zu entsprechen, die Wichtigkeit derselben durch das, was in den 10 letzten Jahren geleistet worden ist, nur noch erhöht wurde. Ich ersuche also den hohen Vorort, den Bericht, den ich ihm anmit vorzulegen die Ehre habe, als einen Beweis meiner gänzlichen Zufriedenheit bei Besichtigung der Bernhardiner- und Splügner- Handelsstraßen anzusehen A Neuenburg, den 21. Juli 1840. Der ötaatsrach und Direktor des Brücken- und Strassenbauwesens des Kantons Neuenburg. (8ig.) Chr. Junod. .«jchr.i." , -„Siuo. Sinai,ttvn ?n^r«, ^.qttvvSuchb«?) öno 7,!uN E »>S S?i.,KjiL rnm« ^,nSttü4ln^^ c-irnitt-tznL mwH n>S . fr)MM A,S , 4 irSM>f. 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