6M0 lLil 6 t »teltere nno «»»»»»c Prophk^eiungen die zunächst auf unsere Zeit Bezug haben. >n tmchnüer In«,nttmen»cllu»,! ,!>»" Dni.Iie l'klörfterl ven einem Weltprirstcr der Diözese Hasel. Zweite, vermehrte und verbesserte Auslage. * l»« « Vuzcrn t>enck und Neelnq m>a <>>r>,riidtr Uiibei. «» 70 . Virckier 8 to. Aeltere und neuere Prophezeiungen die zunächst auf unsere Zeit Bezug haben. )n passender Zusammen ltelltmg zum Äruetie üetarderl von einem Weltpriester der Diözese Basel. Zweite, vermehrte und verbesserte Auflage. Luzern Druck und Verlag vo» Gebrüder Uüber. 1870 . 5to. ? s. 5k?. Ig?i> Vorwort zur zweiten »Anfinge. Unerwartet schnell war die erste Auflage dieses Schriftchens ^"griffen. Weil die Nachfragen darnach von allen Seiten jeden: Tage sich mehrten, so entschloß sich der Herausgeber, eine nochmalige Auflage erscheinen zu lassen. Sie Ehielt einen Zuwachs von drei Nummern. Diese neuen ^"Mmern, nämlich lll., IV. und VI., wurden aus einer ^ Jahr 1849 bei G. I. Manz in RegenSburg im Drucke ^schienenen Schrift entlehnt, die den Titel führt: „Das ^uch der Wahr- und Weissagungen". Der aufmerksame ^ser wird ohne große Mühe herausfinden, wie diese Weissagungen init denen der ersten Auflage in den wichtigsten tunkten, namentlich was den glänzenden Triumph der hl. ^siche über alle ihre Feinde betrifft, genau übereinstimmen. Daß noch einige Gebete als Anhang beigefügt worden, kann jenen Lesern, die von der Nothwendigkeit des Gebetes überhaupt und in unserer so furchtbar aufgeregten und ^»unbewegten Zeit im Besondern innig überzeugt sind, nur ^wünscht sein. Müssen ja die Feinde, die jetzt so allgemein ^ie noch nie gegen die heil. Kirche mit wahrer Höllenwuth ^stürmen, ganz vorzüglich mit den Waffen des Gebetes ^kämpft werden. Dem vertrauensvollen, mit Buße und Beharrlichkeit verbundenen Gebete wird und kann der end- ^chc Sieg gar nicht fehlen. Möge nun der allweisc Lenker des Weltalls und dck menschlichen Geschicke, der allmächtige und allgütige Schirmherr Seiner heil. Kirche zn dieser geringen Arbeit Seines Segen spenden! Dieß wünscht von Herzen Am Tage des hl. Erzengels Michael, 29. Sept. 1870 der Herausgeber 2lns Holzhaitser's Erklärung der ge Heimen Offenbarung des yl. Johannes. Unter allen Prophezeiungen der christlichen Leitrech- """g nimmt unstreitig die geheime Offenbarung des Apostels Johannes den ersten Platz ein. Es gilt auch ^ allgemein anerkannte Wahrheit, daß Gott dadurch den händigen die Schicksale der heiligen Kirche von ihrer Entsetzung bis zum Ende der Welt kundmachen wollte. Es ist ^er dieses Buch der Offenbarung in der geheimniß- ^ststen Sprache geschrieben, daher der hl. Hieronymns keinen "stand nimmt, zn behaupten, daß dasselbe eben so viele Geheimnisse als Worte enthalte. Sehr richtig eniertt der gelehrte Fr. Schlegel, daß die Geheimnisse ,'ests verschlossenen Buches nur durch denselben Geist ent- ^egclt werden können, der dasselbe geschrieben hat. deut Der menschliche Geist war von jeher bemüht, die Be- ung der geheimen Offenbarung des hl. Johannes ^forschen, und es sind darüber sehr viele Auslegungen ^'Handen, die aber, weil sie nur auf menschlichen Forschun- beruhen, keineswegs befriedigen. Eine Erklärung jedoch ^ient alle Beachtung, es ist die des ehrwürdigen Bar- ?"loinäns Holzhäuser. Dieser Priester war ein überaus ""iMer Diener Gottes, der zu Leogenthal (St. Johann) ^ Tirol in Mitte des siebcnzehnten Jahrhunderts wirkte eine Congrcgation von Wcltpriestern stiftete, welche nach Pope vom apostolischen Stuhle genehmigt wurde. In? 6 Jahr 1655 wurde er vorn Erzbischof von Mainz zum Pfarr- dekan in Bingen ain Rhein ernannt. Kaum hatte er M drei Jahre mit uncrmndetem Eifer für die Ehre Gottes und das Heil des Nächsten gearbeitet, als ihn der Herr aB 20. Mai 1658 zu Sich rief im fünfundvicrzigsten Jahr* seines Lebens. Sein Tod entsprach ganz seinem Leben: ** entschlief wie ein Heiliger, wie er auch von Kindheit an M* ein Heiliger gelebt hatte. Unter den von ihm hinterlassenen Schriften ist bedeutendste die „Auslegung der Offenbarung des heil. A' hannes". Es ist eine allgemein verbreitete Meinung, dH er besondere Erleuchtungen von oben erhielt, um dieses We^ zu schreiben. Auf die an ihn gestellte Frage, wie er in seine* Arbeit verfahren sei, gab er selbst zur Antwort: „NiO anders, als wie ein Kind, das unter fremder Leitung u»* Handführung schreibt." Er theilt die Geschichte der Kirche in sieben Zeitalter welche in der heiligen Weissagung mit großer Bestimmtheit bezeichnet und in wiederholter Aufeinanderfolge von einairde* unterschieden und einzeln geschildert werden. Diese siebe* Epochen oder Zeitabschnitte sind: 1. Der Säetstand — von Ehristus und den Apostel bis auf Kaiser Nero: 2. Der befruchtende Stand — von den zch* Ehristenverfolgungen bis auf Constantin den Großen; 8. Der Lehr st and — von Papst Silvester l. u^ Kaiser Constantin bis auf Papst Leo IH. und Kaiser Ka^ den Großen; 4. Der Friedensstand — von Leo III. Kqrl dem Großen bis auf Papst Leo X. und Kais*' Kqpl V.; 7 5. Der Stand der Trübsal — von Leo X. und ^arl V. bis auf den „heiligen" Papst und den „mächtigen" Monarchen; 6. Der Stand des Trostes — vom heiligen Papst und dem mächtigen Monarchen bis zur Geburt Antichrists; 7. Der Stand der Trostlosigkeit — von der Geburt des Antichrists bis zum Ende der Welt. Der ehrwürdige Holzhäuser hat vor zweihundert fahren den Charakter der nächstfolgenden Jahrhunderte ^ genau bezeichnet, daß seine Erklärung der Offenbarung des hl. Johannes, auch nur von diesem Standpunkte ^trachtet, unsere vollste Beachtung verdient. Nach seiner Erklärung befand sich die Kirche zu seiner Heil (1650) in 5. Abschnitt, d. h. im Zeitalter der Trübsal, welches das Zeitalter des Trostes folgen soll, und ikar wird dieses beginnen zur Zeit, wo der heilige Papst Und der mächtige Monarch die Welt regieren werden, ^ainit jedoch der Leser selbst über die Auslegung Holzhansers theilen möge, lassen wir hier dessen Erklärungen über den Insten und sechsten Abschnitt selbst — auszugs w e ise — folge». u) „Das fünfte Zeitalter der Kirche beginnt unter Kaiser Earl V. und Papst Leo X. um das Jahr 1520, und wird auf den heiligen Papst und jenen mächtigen Monarchen dauern, der die Hülfe Gottes genannt ^lrd. Dieses Zeitalter ist ein Zustand der Betrübniß, der Trostlosigkeit, der Erniedrigung und Armuth der Kirche. ^ wird mit Recht der Reinigungszustand genannt, in welchem ^hristus der Herr seinen Weizen durch grausame Kriege, l Aufruhr, Hunger und Pest. und durch noch andere schreckliche: 8 Uebel sichten wirb. Mehrere entstandene Irrlehren, sowie die freilebenden bösen Christen werden die Kirche betrüben und arm machen; sie werden sehr viele Bisthümer wegnehmest/ unzählige Klöster aufheben und die reichsten Abteien einziehest Die Kirche wird selbst von katholischen Fürsten unterdrückt durch Steuern und Abgaben verarmt und in die Enge getrieben werden, daß wir Ursache haben, mit dem Propheten Jeremias zu klagen und auszurufen: „„Die F ü rstiu de e Länder ist zinsbar geworden""; niedrig und verächtlich geworden ist die Kirche, weil sie von den Irrlehren» und bösen Christen gelästert nnd weil die Geistlichkeit verachtet wird. Man erweiset ihr nicht mebr die gebührende Ehre und Achtung. Durch dieses Alles wird Gott Seine» Weizen sichten und die Spreu in das Feuer werfen, den Weizen aber wird Cr in die Scheune legen." „Dieser fünfte Stand der Kirche wird sein ein Stand der Betrübniß, des Mordes, des Abfalles und aller Drangsale. Wenige auf Erden werden vom Schwerte, vom Hunger und von der Pest verschont bleiben. Ein Reich wird wider das andere aufstehen, und andere, die in sich getheilt sind, werden sich nicht mehr zu Helfen wissen. Es werden Fürstcst- thümer und Monarchien umgestürzt werden. Alles wird verarmen und die größte Trostlosigkeit wird auf Erden sein. Theils ist dieses schon erfüllt, theils wird es noch erfüllt werden. Das gerechteste Urtheil Gottes wird dieses Alles geschehen lassen, wegen des zu großen Uebermaßes der Sünden, das unsere Bäter nnd wir zur Zeit der Barmherzigkeit angefüllt haben, wo der Herr auf unsere Buße wartete." l>) „Das sechste Zeitalter der Kirche nimmt seine» , Anfang von jenem starke» Monarchen und dem heiligen P apste und dauert bis zur Geburt des Antichrists. Dieses Zeitalter wird ein Zustand deö Trostes sein, in welchem Gott seine heil. Kirche auf die Kränkungen und Trübsale des fünften Zeitalters trösten wird. Dem: alle Völker werden M Einheit des wahren und katholischen Glaubens geführt werden. Auch wird in diesem Zeitalter vorzüglich das Priestcr- thum blühen, und die Menschen werden mit der größten Sorgfalt das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit suchen. Sie werden in Frieden leben, ein Jeder unter seinem Weinstocke und bei seinem Acker. Denn es wird Friede sein auf Erden, welchen Gott jenen Menschen geben wird, die mit Ihm unter dem Schatten der Flügel jenes mächtigen Monarchen und 'einer Nachfolger im Frieden leben werden." „So wird Gott im sechsten Zeitalter Seine Kirche mit dem größten Troste erfreuen. Nachdem wir im fünften Zeitalter überall das größte Elend erblickt, indem Alles durch Krieg verheert wird, die Katholiken von Ketzern und treulosen Glaubensgenossen unterdrückt, die Kirche und ihre Diener ihnen zinsbar gemacht, die Fürstenthümer ausgerottet, die Monarchen getödtet, die Unterthanen unterdrückt werden und Alles für Errichtung von Republiken stimmt; dann wird durch die Hand des Allmächtigen eine wunderbare Veränderung, die sich menschlickerweise Niemand einbilden kann, bewirkt werden. Denn jener mächtige Monarch, der da kommen wird von Gott gesandt, würd die Republiken won Grund aus vernichten, wird sich Alles unterwerfen und wird eifern für die wahre Kirche Christi. Alle Ketzereien Werden vertilgt und das Reich der Türken zertrümmert werden; und er wird herrschen vom Aufgang bis zum Niedergang, und alle Völker werden kommen und Gott, ihren Herrn, im dem wahren katholischen Glauben anbeten. Gs werden sehr viele Gerechte auf Erden blühen und ge- 10 lehrte Männer in großer Anzahl aufstehen; die Menschen werden Recht und Gerechtigkeit lieben und Friede wird auf der ganzen Welt sein, weil die göttliche Macht den Satan auf viele Jahre binden wird, bis jener kömmt, der da kommen soll, der Sohn des Verderbens n denselben eingehen, und so wird sich jene Verheißung bei Jvh. 10 erfüllen: „Es wird Ein Hirt und Ein Schafstall sein." Nach Holzhansers Erklärung des Vers 0 im gleichen Kap. III „wird sich auch die griechische .Kirche mit der lateinischen wieder vereinigen". Höchst beachtenswerth ist im Hinblick auf den jetzigen Zeitpunkt Holzhansers Erklärung der Verse 2, 3 und 5 des l V. Kap. der geheimen Offenbarung. Vers 2 lautet: „Und alsbald war ich im Geiste, und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Throne saß Einer." Holzhäuser schreibt hierüber: „Dieser Thron ist der apostolische, monarchische Stuhl, die gesetzgebende (richterliche) Gewalt, die Christus im Himmel, d. h. in seiner Kirche eingesetzt hat, als er sein Reich, d. h. seine Kirche gestiftet. Matth. 16. „Und ich sage dir, du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen. . . Und dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben . . . und was immer du lösen wirst auf Erden, das soll auch im Himmel gelöset sein." V. 18?und '19. „Und aus dem Throne saß Einer." Erstens ist dieser Sitzende das sichtbare Haupt der Kirche, von dem es heißt, daß es auf einem Throne sitze und die Kirche Gottes regiere. Auf diesem Sitze saß zuerst der hl. Petrus; nach ihm saß bisdahin immer Einer und wird immer Einer 12 sitzen bis an's Ende der Welt, weil „die Pforten der Hölle ihn" (diesen Sitz), „nicht überwältigen werden". Zweitens ist der auf dem Throne Sitzende auch das unsichtbare Haupt der Kirche und des Reiches, Jesus Christus, der mittelst seines immerwährenden Beistandes und seiner Gnade in der innigsten Bcrbindung steht mit seinem ge- heimnißvvllen Leibe, der da ist die Kirche. „Siehe, ich bin bei euch bis an's Ende der Welt". (Matth. 28, 20.) Christus sitzt in seinem Reiche auf dem in der Macht und dem Ansehen Gottes bestehenden Throne, auf dem seine Menschheit sitzt und herrscht, und der seine Kirche leitet und regiert. „Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden." Matth. 28, 18. Vers 3 heißt: „Und der da saß, war wie der Stein, Jaspis undSardis anzusehen, und ein Regenbogen war rings um den Thron, wie Smaragd anzusehen." „Der Jaöpis ist oon grüner Farbe und angenstärkend, der Sardis ist roth und sinnbildet das Feuer der Liebe. Von Demjenigen, der aus dem Throne sitzt, wird da ausgesagt, daß er diesen zwei Steinen ähnlich sei durch Wahrheit und Liebe Gottes, worin er bis an's Ende die katholische Kirche stärken, anfeuern und durch die untrügliche Glaubenslehre, durch heilige Gebote und durch die heil. Liebe Gottes und des Nächsten erhalten wird. Dieß Alles geschieht, wenn das sichtbare Oberhaupt von dem Stuhle Petri herab Etwas als Glanbenswahrheit erklärt und feststellt, und heilige Gesetze erläßt, die in der Liebe Gottes und des Nächsten gegründet sind." Vers 3. „Und vvm Throne gingen Blitze und Stimmen und Donner aus." — „Unter den Blitzen versteht man hier die glänzenden Wunder, welche schrecken und erleuchten, Sie gelten auch als Verheißung der Belohnungen für die Werke der Gerechtigkeit und als Androhung der Strafen und des Fluches für die Bösen. — Die Stimmen sind die Feststellung der Glaubensartikel und bedeuten auch die Kirchmgcbote zur Einführung heiliger Sitten. — Die Donner aber sind die Exkommunikationen und andere Kirchenstrascn, welche ohne weiters die Irrlchrer und Rebellen treffen, die die Drohungen und Entscheidungen der Kirche nicht hören, sondern sie verachten. Dieß Alles aber geht vom Throne aus, d. h. vom apostolischen Stuhle, der da ist der Schiedsrichter in Streitigkeiten des Glaubens und der Gesetzgeber für die Reinheit der Sitten." Holzhäuser kömmt in der Erklärung des X. Kap. der geheimen Offenbarung wieder auf den mächtigen Monarchen und das allgemeine Concil zurück. Vers 1. „Und ich sah einen andern mächtigen Engel vom Himmel hcrabsteigen mit einer Wolke angethan, und er hatte den Regenbogen über seinem Haupte, seiu Antlitz war wie die Sonne und seine Füße wie Fcuersänlen." — Hierüber schreibt Holzhäuser: „Der hl. Johannes kömmt in diesem Kapitel wieder zur Schilderung jenes so großen Monarchen, unter welchem das sechste Zeitalter der Kirche, das ein Stand des Trostes ist, seinen Anfang nimmt. Jener mächtige Monarch wird die gesunde (reine) Lehre in Ehren halten; er wird für die Einheit und Wahrheit des katholischen Glaubens eifern; er wird auch einen rechtschaffenen und heiligen Wandel führen und zur Herstellung des Glaubens und der Kirchenzucht sehr viel beitragen. Er wird im Kriege stark sein, wird in selbem Alles, was sich ihm widersetzt, 14 wie ein Löwe zermalmen, und durch die herrlichsten Siege wird er sein Reich befestigen und viele Jahre leben: er wird die Jrrlchrer, die Freistaaten und alle Völker demüthigen und selbe seinem Reiche und der lateinischen Kirche unterwerfen. Das türkische Reich wird er zertrümmern bis auf einen kleinen Punkt, so daß es nur noch ein ohnmächtiges Dasein haben wird, bis der Sohn des Verderbens (der Antichrist) kommt, der Gott nicht achten wird." „Don diesem Monarchen heißt es: er werde vom Himmel herabstcigen, weil er aus dem Schooßc der katholischen Kirche geboren und von Gott wird gesendet werden, und nach der göttlichen Fürsorge eigens wird erkoren sein zur Tröstung und Erhöhung der so sehr verachteten und über alle Massen geknechteten katholischen Kirche." „Weiter heißt es: er werde mit einer Wolke angethan sei». Dieser Monarch wird nämlich sehr demüthig sein und von Jugend auf in der Einfalt seines Herzens wandeln. Denn die Wolke, unter welcher sich der Glanz und andere Dinge zu verbergen pflegen, bedeutet die Demuth, in deren Gefolge der Schutz Gottes ist: denn Niemand steht in so hohem Grade unter GotteS Schutz, wie der Demüthige. „Die Gewaltigen stürzt Er vom Throne und erhöhet die Demüthigen." Luk. 1, 52. Deßhalb wird jenem Monarchen Niemand schaden noch widerstehen können, weil er ganz vom Schutze Gottes umgeben sein wird." „Und er hatte den Regenbogen über seinem Haupte." — „Unter dem Regenbogen versteht man den Frieden Gottes mit der Erde, den jener Monarch der ganzen Welt bringen wird. Denn sobald die Irrlehren und der Aberglaube der Heiden und Türken ausgerottet sind, wird Ein Hirt und Ein Schasstall sein. Alle Fürsten werden 15 mit ihm in der engsten Verbindung des katholischen Glaubens und der Freundschaft stehen, weil er einem Jeden das Seinige geben und Niemand ungerecht beschweren wird. Deßwegen steht über dem Haupte der Regenbogen als Zierde." „Sein Antlitz war wie die Sonne" — in Folge des Schimmers seiner Heiligkeit und seines fürstlichen Ruhmes, seiner großen Einsicht und Weisheit, die er besitzen wird, und endlich weil er, wie die Sonne unter den Gestirnen am Himmel, so unter seinen Fürsten als Herrscher glorreich einherwandeln wird. Alle werden seine Befehle beobachten und nach seinen! Vorbilde wandeln." „Und seine Füße wie Feuersäulen." — „Unter den Füßen ist die Ausdehnung und Macht seines Reiches zu verstehen. Weil aber auch viele Tyrannen weit ausgedehnte und mächtige Reiche hatten, so werden zum Unterschiede die Eigenschaften beigesetzt, nämlich: Säulen und Feuer. Die Säulen bedeuten die Stütze und Stärke eines Hauses, das Feuer aber den Religionseifer und die Beschaffenheit der Liebe Gottes und des Nächsten. Das Feuer bändigt ferner Alles; so allgemein wird auch die Macht jenes Monarchen fein. Seine Macht wird durch den Eifer in der Religion und der Liebe Gotteo und des Nächsten glänzen; und wie das Feuer Alles bändigt, wird auch er Alles bändigen." Vers 2. „Und er hatte in seiner Hand ein offenes Büchlein." — „Dieses Büchlein bedeutet die allgemeine Kirchenversammlung unter diesem Monarchen, welche die größte und berühmteste sein wird. Weil sie durch seine Macht .... geschützt und gepredigt werden Wird, so heißt es, der Engel halte dieses Büchlein in seiner Hand. Er wird die Beschlüsse derselben strenge zum Vollzüge bringen und zur Vollziehung nach Kräften beitragen. 10 Dieses Büchlein wird ein offenes Büchlein genannt wegen der Klarheit des Sinnes der hl, Schrift und der Lehrsätze des katholischen Glaubens, die sie auf dieser größten aller Versammlungen erhalten werden." Verse). „Und er rief mit starker Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und als er gerufen hatte, sprachen die sieben Donner ihre Stimmen." — „Unter diesem Rufen versteht man die große Furcht, die er allen Völkern der Erde und den Bewohnern der Inseln einjagen wird. ferner sind unter diesem lauten Brüllen die kaiserlichen Erlasse zu verstehen, durch welche er den katholischen Glauben und die Ausführung jenes Concils auf's Strengste befehlen wird, und also wird er durch seine Verordnung alle Völker ' zu Land und zu Wasser aufrufen. — Die Donner, die auf das Rufen dieses Engels (Monarchen) geredet haben, sind diejenigen, die dem genannten Monarchen und seinen Verordnungen widerstehen und ihn schlagen »vollen; dem» es wird sich ein großes Gewitter erheben. Weil sie aber nicht im Stande sein werden, ihm zu widerstehen, noch auch ihm zu schaden, so berührt es der hl. Johannes nur, um dadurch anzuzeigen, daß Vorsicht nöthig sei, weil seine Regierung und die Verbreitung des wahren Glaubens nicht ohne heftigen Widerspruch, d. h. ohne Gewitter ablaufen werde. Das Schallen deö Donners schadet nicht, sondern nur das Einschlagen und Zünden des Blitzes. „ Die sieben Donuer sprachen ihre Stimmen", d. h. Dürsten und Magnaten stunden wider ihn auf und murrten wivcr ihn; sie berathschlagten unter sich, wie sie ihn» widerstehen und ihn schlagen könnten; weil aber dieser Monarch unter dem Schutze Gottes steht, so wird all' ihr Bemühen, ihm zu schaden, fruchtlos sein." 17 II. Prophezeiung des hl. Cäsarins. Der hl. Cäsar ins, Bischof von Arles, der in der ^stcn Hälfte des VI. Jahrhunderts — also vor 1300 Jahren ^ durch Tugend lind Wissenschaft in der hl. Kirche glänzte, eine Prophezeiung hinterlassen, die sich in dem abgedruckt findet, welches eines der ältesten ^druckten Bücher ist, wovon ein Ercmplar aus dem Jahrhundert in der Bibliothek zu Paris aufbewahrt d>ird. Diese Prophezeiung hat hauptsächlich Bezug auf Pankreich und zwar zunächst auf die Schreckenszeit der französischen Revolution, aber auch auf die spätern Zeiten hinab auf unsere Tage. Sie beginnt mit den Worten: „Gegen Gnde des achtzehnten Jahrhunderts werden die ^vrnehmen und Grossen durch Gewaltthätigkeit und Räuberei Richtet werden. Dieß wird geschehen, wenn die Bosheit ^re Menschen gegen die allgemeine Kirche wüthen wird. Die Archen werden befleckt und alles zum Heiligthum Gehörige grschmolzen, die Altäre niedergerissen und die Kirche aller Zischen Habschaft beraubt" u. s. w. Darauf schildert Cäsarius die Auswanderung und Noth der Geistlichen, den Aufstand des Volkes, die Gxfangennehmung des Königs, ^r» Sturz und die Hinrichtung der königlichen Familie, das Ariden und die Auswanderung des Papstes, die fscldzüge Napoleons I., den Ginzug der alliirten Truppen in Paris, endlichen Jall liapolcvns — und dieß mit solcher Deut- Hchteit und Bestimmtheit, daß, wäre die Prophezeiung nicht ^>vn vor 300 Jahren im Drucke erschienen, man bei manchen Wellen zur Annahme versucht werden könnte, dieselbe sei Erst nach (eintreffen der berührten Thatsachen verfaßt oder 18 fabrizirt worden. Nachdem er noch von später folgende» Plünderungen, Zerrüttungen und Verwüstungen, von Furcht, Beben und Zittern, das von alle» Seiten auf Frankreich eindringen werde, deutlich gesprochen, fährt er fort: „Der Beherrscher wird bis zur Schande gedemüthigt, und die Krone wird einem Andern übergeben, der dieselbe aber nicht behält. Ein gefangen gehaltener Jüngling wird die Lilienkrone wieder erobern und die Söhne des Brutus (Republikaners in der Insel so tief herabwürdigen, daß ihr verhaßtes Andenken verschwindet und im Abgrund des Meeres der Vergessenheit bleibt." ' „Endlich, endlich wird der erlauchte I Papst durch seine Heiligkeit in der ganzen Welt seine Kirche umschaffe», und die Gesalbten des Herrn zur ersten Lebensart zurück- leiten, und sowie nur Ein Gesetz, nur Ein Glaube und u»r I Ein Leben sein wird, wird der Zustand des Reiches durch i Gottes Leitung besser und rechtschaffen. Die Franzose» werden einander lieben, und sobald die boshafte Welt wir»! gebessert sein, folgt das Ende der Schmerzen." Weissagung von Orval. Zu Anfang dieses Jahrhunderts und besonders na^ der Besitznahme der Krone Frankreichs durch Ludwig XVlsi >- war sehr häufig die Rede von einer Prophezeiung, die sich. in den Archiven des in« Strudel der französischen Nevolutie» ^ >) Kann auch heißen „der von Gott erkorne", oder „d^ vom Himmel gesendete". 1 . j 19 aufgehobenen Klosters Orval befunden haben soll. Mehrere belehrte, sowohl geistlichen als weltlichen Standes, stellten listige Nachforschungen an, um sich hierüber volle Gewißheit zu verschaffen. Zuerst ergab sich aus diesen Nachforschungen die Gewißheit, daß diese Weissagung vor dem Jahre 1790 geschrieben worden; denn um's Jahr 1830 hatte ein Geistlicher in Erfahrung gebracht, das; in Belgien "ach ein alter Mönch von der Abtei Orval lebe, ?. Ar- lenius, der zweifelsohne nähern Aufschluß über das so wichse Dokument geben könnte. Er reiste also zu ihm und schrieb dann an einen Freund, der sich ebenfalls mit Nachforschung über die fragliche Weissagung ernstlich beschäftigte, folgenden Brief: „Der ?. Arsenius war der jüngste Mönch bv» Orval, als er 1790 sammt den Uebrigen vertrieben "uirde. Er hat die Weissagung zwar nicht selbst gelesen, Erinnert sich aber mit Bestimmtheit, daß die älteren Mönche sich gar oft von der Weissagung eines vor sehr vielen Jahren "rrstorbcnen Paters ernstlich unterhielten/' Endlich gelang es den unermüdet thätige» Nachforschungen, den eigentlichen Text der Weissagung zu finden, "ämlich eine im Jahre 1823 genommene Abschrift aus einem ^uche, das 1044 zu Luxemburg gedruckt wurde. Die Weis- fogung führt folgenden Titel und lautet: Gewisse Vorhrrsehungen, Einem Einsiedler von Gott geoffenbart zum Troste der Kinder Gottes. „In jener Zeit gibt sich ein junger Mann *), der "vn> Meere in's Land des celtischen Galliens kam, durch ") Bvnaparte. 20 Rath und That kund; aber die mißtrauischen Großen schicken ihn zum Krieg auf die Insel der Gefangenschaft'). Der Sieg führt ihn wieder in sein Land zurück- Di? sehr thörichten Söhne des Brutus trachten ihm nach dem Leben; denn er beherrscht sie und nimmt den Kaisertitel an. „Viele hohe und mächtige Könige sind in wahrer Furcht und der Adler entführt viele Scepter und Kronen. Fußgänger und Reiter werden mit ihm gehen, so viel wie Mücken in der Luft, und ganz Europa wird erschüttert werden. „Der Greis von Sion^j wird aus tief betrübtem Herzen zu Gott rufen, und siehe! den Mächtigen werden Sünden und Verbrechen verblenden. Er verläßt die große Stadt mit einem gewaltigen Heere, das aber durch die Kälte des mächtigen Herrn größtentheils zu Grunde geht. Aber nach zehn Jahren der Trauer werde» die Wittwen und Waisen rufen, und Gott wird nicht taub ieiu. „Die erniedrigten Hohen werden wieder kräftig und verbünden sich, um gegen den so gefürchtcten Mann zu kämpfen; und mit ihnen kommt das alte Blut H und nimmt seinen Platz in der großen Stadt wieder ein, während der gestürzte Mächtige in das Land jenseits des Meeres geht, woher er kam. „Gott allein ist groß; noch nicht scheint der elfte Mond, so kommt die blutige Geißel des Herrn I wieder in dst große Stadt, welche das alte Blut verläßt. 0 Aegppten, der Ort der Gefangenschaft der Hebräer. — 0 Republikaner. — H Der Papst. — tz Die Bviirbvnc». — H Der a>n die Inlet Elba verbannte Kaiser Napeleen I. 2 ! „Gott allein ist groß. Er liebt Sein Volk; der fünfte Mond leuchtet über viele Krieger des Orients; Gallien wird mit Menschen und Kriegsmaschinen bedeckt; es ist um den Mann des Meeres geschehen: noch einmal kommt das alte Blut. „Gott will den Frieden, und Sein heiliger Name sei gepriesen. Nun aber wird der Friede im herrlichen Gallien groß und blühend sein. Die weiße Blume'» wird sehr geehrt sein, und das Haus Gottes heilige Lieder singen, ^war werden die Sohne des Brutus der weißen Blume Zürnen, und Gott wird wegen Seinen Auserwählten uird deßhalb sehr betrübt sein, weil der heilige Tag noch immer sehr entweiht wird. ch Aber Gott allein ist groß; Er reinigt sein Volk durch manche Trübsale, und die Bösen werden ein Ende nehmen. „Noch einmal wird eine große Verschwörung gegen die weiße Blume stattfinden und das arme alte Blut verläßt die große Stadt, und die Söhne des Brutus lreucn sich sehr. Wehe dem herrlichen Gallien! Der Hahn Wird die weiße Blume vertilgen, und ein GroßerH nennt bch König des Volkes. Es wird eine große Bewegung witcr den Leuten sein, weil die Krone durch gemeine Hände ^»getastet wird. „Gott allein ist groß; die Herrschaft der Bösen wird Yachsen; aber sie sollen sich beeilen, denn es wird große Spaltung im herrlichen Gallien sein. Der König des Volkes Wird schwach sein, indeß den Bösen kräftig entgegen treten; "der er sitzt nicht fest, und Gott stürzt ihn. '» Lilie, Wappen der Bvnrbone». — -> Bergl. unten Mv. VI. ^ lX. — Wappen der Orieanisie». — voniö Philipp, der sich der Franzosen, nicht König von Frankreich nannte. 22 — „Heulet, Söhne des Brutus, rufet über euch die wilden Thiere, die euch verschlingen. Großer Gott, welches Geräusch von Waffen! Bald brechen wilde Kriege aus. Der trostlose Berg Gottes wird zu Gott schreien; die Söhne Ju- da's') schreien zu Gott von der fremden Erde, und siehe, Gott ist nicht mehr taub. Feuer kommt mit seinen Pfeilen, denn viele Jahre haben seinen Zorn genährt. Wehe dir, große Stadt! siehe, eS kommen voni Herrn bewaffnete Könige, und das Feuer macht dich der Erde gleich. Doch deine Gerechten kommen nicht um, Gott hat sie erhört. Der Ort des Verbrechens wird durch's Feuer gereinigt; der große Strom führt sein durch Blut geröthetes Wasser in's Meer, und Gallien wird sich wieder freuen. „Gott liebt den Frieden; komme, junger Fürst, verlasse die Insel der Gefangenschaft, komme schnell und vereinige den Löwen mit der weißen Blume! „Was vorausgesehen ist, das will Gott: das alte Blut wird langen Spaltungen ein Ende machen, wenn ein einziger Hirte im herrlichen Gallien ist. Der mächtige Mann wird sich durch Gott befestigen; viele weise Anordnungen begründen den Frieden. Gott ist mit ihm, weil er ein kluger und weiser Sprößling des alten Blutes ist. „Dank den: Vater der Barmherzigkeit, das hl. Sion wird in seinen Tempeln wieder von einem einzigen großen Gott singen- „Viele verirrte Schafe kommen und trinken aus dein lebendigen Quell. „Drei Fürsten und Könige werfen den Mantel ded Irrthums weg und wandeln im Glauben Gottes. Die königliche Familie. Diese war bei den Hebräer» dem Stamme J»da. - 23 „Um diese Zeit wird ein großes Volk am Meere Mößtentheils den wahren Glauben wieder annehmen. ') „Gott wird lange gepriesen, und Seine Barmherzigkeit wird für Seine Guten den Frieden lange erhalten. „Gott allein ist groß. Seine Heiligen müssen leiden. T>er Mensch deS Bösen (der Antichrist), „aus zweierlei ^lut entsprossen, kommt.') Die weiße Blume wird verdunkelt und verschwindet, um nicht mehr zu erscheinen, ^ann wird viel Böses, nichts Gutes sein; viele Städte kommen durch's Feuer um. Israel wird von Gott geläutert, verfluchte ungläubige Sekten werden abgesondert." >V. Aus -er französischen Revolution -er Wger-Jahre mit Hinblick auf -en gegenwärtigen Zeitpunkt. Eine Klosterfrau, die in der Schreckcnszeit der ersten ^unzösischen Revolution sammt ihren Mitschwestern aus dem Kloster vertrieben worden, fand bei einer achtbaren Familie Schutz gegen die Tyrannen, welche sie 1793 wieder ansuchen ließen, uin sie, wie so viele Andere, durch die Guillo- 9 Wahrscheinlich England und Smottland. welche Hein- Uch VlH. 1541 von der katholische» .stirwc tu ich Gewalt losgerissen l>»e. — Holzhäuser, wo er von der Zertrümmerung des :nrkischen Elches durch den „starken Monarchen" redet, spricht: das'elbe werde «ur noch auk einen kleinen Punkt beschränken und ohne Macht Als diesen kleinen Punkt bezeichnet er Palästina und lügt bei: ^ .»Sohn des Verderbens", d. h. der Anlichrist, werde von einem "rken und einer güdin erzeugt werden. Hieinil stimmt das Kerles Blut entsprossen" genau überein. ii» bin der „aus lütt' verbluten zu lassen. Es gelang jedoch den Blutmenschett nicht, derselben habhaft zu »'erden, indem die besagte Familie Mittel fand, die Nachforschungen der Häscher zu vereiteln. Die Nonne wurde aber trank, und nach sechs Monaten gab man die Hoffnung auf, sie zu retten. Der Arzt, ein gemäßigter Republikaner, wagte nur insgeheim sie zu besuchen. Als die Kranke bei einem seiner letzten Besuche zu iln» sagte- „Heilen Sie mich doch, Herr Arzt!" antwortete er barsch: „Wir sind nicht mehr in der Zeit, wo die Apostel Wunder thaten." Nach dieser Antwort sagte er zu dein Herrn des Hauses insgeheim: „Nach 24 Stunden lebt euerc Nonne nicht mehr." Als er fortgegangen war, legte sich die Nonne ein geweihtes Herz auf die Brust und genoß zwei Stunden lang einen liefen Schlaf. Als sie wieder erwachte, sagte sie zu ihrer Wärterin: „Fch bin geheilt, ich will ausstehen." Die Wärterin, welche diese Worte für die letzte Anstrengung der Natur hielt, um einen nahen Tod anzukündigen, setzte sogleich die Hausleute davon in Kenntniß- welche sich schnell in das Zimmer der Nonne begaben uN da dieselbe vollkommen gesund fanden. Sie erstaunten st sehr, daß sie kaum ihren Äugen und Ohren trauten; allci» sie wurden vollkommen überzeugt, als sie sahen, daß sie stst sofort init ihnen an den Tisch setzte und aß, als wäre st nie trank gewesen. -Noch größer war das Staunen dck Arztes, als er am andern Tag kam in der Ueberzeugung' seine Kranke sei gestorben oder dem Sterben nahe, und st nun vollkommen wieder hergestellt fand. -Nachdem die Schreckensherrschaft aufgehört hatte, be° gab sich die Nonne in einen andern Bezirk, wohin sie ist rufen wurde, um eine Anstalt für arme Kranke gründen st helfen. Während sie sich mit diesem guten Werke beschäftigt dachte sie an die edle Frau, von welcher sie mehrere Fahre hindurch gastfreundlich bewirthet worden, und sie fühlte, daß diese Frau eine Pein leide, die um so größer sei, als sie dieselbe Niemanden mittheilen konnte. Bald darauf empfing diese Frau einen Brief von ihrer Nonne, worin es hieß: „Ich bin sehr erstaunt, meine liebe Frau! daß Sie, da doch eine so enge und heilige Freundschaft unter uns besteht, Ihr Herz nicht dadurch erleichtert haben, daß Sie mich Antheil an der Pein nehmen lassen, welche Sie leiden; doch der gute Gott hat mich erkennen lassen, was Sie mir verbergen wollten." Als die achtbare Frau diesen Brief gelesen hatte, war sie überzeugt, daß diese Kenntniß ihres Kummers, den sie noch gar keinem Menschen mitgetheilt hatte, der frommen Nonne nur von Gott könne offenbart worden sein, und da sie sich zugleich an die wunderbare Heilung erinnerte, die sie mit eigenen Augen gesehen hatte, so stand ihre Ueberzeugung von der Heiligkeit dieser Nonne fester als je. Diese Nonne hatte auch die Gabe der Weissagung. Ihre erste Weissagung ist vom li. Januar 1815. Sie kündigte die sog. „Hundert Tage" an. „Wahrend ich", sagte sie, „für die vollkommene Wiederherstellung der Religion und der Gesetzmäßigkeit in Frankreich betete, vernahm ick eine Stimme, die zu mir sprach: „„Frankreich hat die Wohlthat nicht erkannt, welche Ich ihm erwies, als Ich es von der Anarchie und Tyrannei befreite; statt Mir dafür zu danken, verspottet es Mick; Ich will es noch einmal züchtigen, indem Ick dem „Geier von Europa" gestatte, noch einmal einzuziehen."" — „Herr! rief ich aus, Alles ist verloren, wenn Bona- partc wieder nach Frankreich kommt." Es wurde mir entgegnen „Er wird nicht lange darin bleiben; 26 Ich will Europa gegen ihn bewaffnen; Frankreich wird eingeschlossen werden wie eine Stadt, die man belagert, und ehe sechs Monate vergehen, werden die Bonrbonen den Thron ihrer Vater wieder besteigen." — Diese Weissagung ist, wie Jedermann weiß, buchstäblich in Erfüllung gegangen. Ihre zweite Weissagung bezieht sich auf die Zukunft und lantet so: „Am Sonntag vor Allerheiligen 1816 stellte ich meine Betrachtung an über die Unbeständigkeit des menschlichen Herzens. Ich wurde plötzlich von furchtbaren Gegenständen überrascht.Ich sah Personen aus allen Ständen, welche sich schrecklichen Unordnungen überließen.... Es wurde mir gesagt: „„Du siehst die Verbrechen, welche mau begeht, und wer hält Meinen rächenden Arm zurück? . . . Ich will daher Frankreich noch einmal schlagen, zum Glück der Einen, zum Unglück ver Andern."" In diesem Augenblicke sah ich eine große Wolke, welche so schwarz war, daß ich darüber erschrakt; sie bedeckte ganz Frankreich, und aus dieser Wolke hörte ich Stimmen durch einander schreien: „„Es lebe die Republik!"" „„Es lebe Napoleon!"" „„Es lebe die Religion und der große Monarch, den uns Gott erhalten möge!"" Zur nämlichen Zeit fand ein großer Kampf statt, der so heftig war, daß man nie etwas Aehnliches gesehen hat; das Blut floß, wie wenn der Regen in Wolken herabströmt, besonders von Süden nach Norden, denn der Westen schien mir ruhiger zu sein. Die Bösen wollten alle Diener der Religion Jesu Christi vernichten. Sie hatten schon Viele umgebracht und schrieen „Sieg!", als plötzlich die Guten durch eine Hülfe von Oben wieder Muth — 27 — bekamen, so daß die Bösen geschlagen und beschämt wurden. . . . Die Zeit aller dieser Umwälzungen wird nur drei Monate dauern und die Guten werden in Einem Augenblicke siegen. Wenn die Bösen eine große Menge schlechter Schriften werden verbreitet haben werden diese Ereignisse nahe sein. Gleich nach ihrem Eintritte wird Alles wieder zur Ordnung kommen und alle Missethaten werden getilgt werden, was sehr leicht sein wird, da die meisten Bösen im Kampfe umkommen und diejenigen, welche überleben, durch die Strafe der klebrigen in solchen Schrecken gesetzt werden, daß sie nicht umhin können, den Finger Gottes zu erkennen und Seine Allmacht zu bewundern; es werden sich Breie bekehren. Die Religion wird dann blühen, wie kau m j c. Ich habe in dieser Hinsicht so schöne Dinge gesehen, daß ich zu ihrer Schilderung keine Worte habe." V. Prophezeiung -es Abtes (Sugenius Pechi. Eine Korrespondenz aus Rom, welche vor 10 Jahren >n der «Onrulltö äe lüege» (Lütticher Zeitung) erschienen, spricht von einer Prophezeiung über das zukünftige Schicksal Frankreichs und Italiens. Dieselbe wirtp l> Bekanntlich waren die »Freimaurer" und die ganze Sippschaft der „Geheimbnndler" »»gemein thätig in Verbreitung rel'gionsfeind- licher und sittenvrrderbender Schritten während der ganze» Dauer des zweiten Kaiserreichs. So z. B. wurde Renan's Buch, worin die Tollheit Jesu geleugnet wird, zumal unter dem Militär und in der Deamtenwelt in zahllosen Errmplaren verbreitet. 28 dem Abte eines Eisterzienser Klosters, mit Namen Euge- nius Pechi, der zu Anfang dieses Jahrhunderts zu Rom im Rufe der Heiligkeit gestorben ist, zugeschrieben. Beim Nachsuchen in den Archiven des Klosters fand man wirklich die authentische Handschrift der Weissagung des P. Pechi. Folgendes ist der Inhalt derselben, welcher aus 17 Punkten besteht: 1) Die letzte Eroberung, welche im Kirchenstaate sich ereignet, wird keinen Schaden bringen, und Rom wird nicht erobert werden. ') * 2) Dieser feindliche Einfall wird seine Grenzen haben und nur bis auf einen gewissen Punkt gelangen, wo für ihn geschrieben steht: Ko» iilti-n! (Bis hicher und nicht weiter!) 3) Der Bapst wird nahe daran sein, seine Macht zu verlieren; allein alle Anstrengungen werden ganz fruchtlos sein. 4) Wenn in den Auge» der Welt Alles verloren scheinen wird, dann steht eine gänzliche Umänderung bevor. 5) In Ancona wird alle Znrüstung überflüssig sein. 6) Nach Ankunft eines Kuriers wird man sehen, wie sie Franzosen nach und nach den Kirchenstaat räumen werden. >> Im Hinblick auf die snngüe» ü'reignijie im Kirchenstaale begannen viele Leser der ersten Anfinge die Aechtheit dieser ganze» Provhezeiung zu bezweifeln. Mögen sie aber bedenken, daß Rom erst dann als „erobert" betrachtet weiden kann, wenn es nach dem Programm der „Revelniion" wirklich und dauernd als Hauptstadt des Königreichs Jtalie > in Besitz genommen und der Papst mti seiner Regierung daraus verbannt sein wird. — Ob Gott noch d eie, in gegenwärtigen Zeitumständen ailcrhärteste Prüfung über Seine Braut, die heil. Kirche, werde ergehen lassen, wird die nächste Zukunft lehren- Mag übrigens kommen, was da will, das steht nnzweiielhasi fest.' „,Die Worte» der Hölle werden die heil. Kirche nicht überwältigen." 29 7) In Ancona wird eine Flotte erscheinen, ohne irgend Jemanden der Bewohner einen Schaden zuzufügen. Es wird wohl eine kleine Furcht herrschen, doch ist die Befreiung nahe und der Abzug dauert vom Abend bis zum Morgen. ^ 8) Die Franzosen werden dem hl. Stuhle Alles wieder zurückerstatten, ja dieser wird sogar etwas mehr erwerben. 9) Dieß wird enden mit dem Triumphe der Religion und mit einem Wunder, und die Franzosen werden zuletzt den Papst vertheidigen. 10) Der Nuntius von Paris wird wieder seine volle Macht erlangen. 11) An einem Marienfeste.') wird ein äußerst merkwürdiges Ereignis; stattfinden. 12) Frankreich wird fallen durch sich selbst, und Gott wird sich (hiezu) des gleichen Menschen bedienen. 13) Das Erstaunen wird groß sein, wenn es der Welt bekannt geworden, daß zu Paris in der Mitte des Volkes ungekannt ein König lebt, der am 1. Jänner, dein letzten Tage dieser Epoche, wieder auf den Thron gesetzt wird. 14) Der erste Kurier, welcher in Italien ankommt, wird diese glückliche Neuigkeit bringen, und der gemeldete Könjg wird der Vertheidiger deö hl. Stuhles sein. 15) Der Krieg wird aufhören im Momente des Ausbruches, und es werden keine Niederlagen mehr stattfinden. 9 In der „Lütticher Zeitung" heißt es: „Maria Lichtmeß »der Verkündigung." Ob dies im Original steht oder von der Netaktion beigeiügt worden, ist nicht ermitteü. 16) Solches wird enden mit dem Siege des Kaisers, und man wird die Maßregeln kennen, die er zu Gunsten des hl. Stuhles anwendet. 17) Ein ganzes Reich wird in die katholische Kirche eintreten, und der hl. Vater wird nach Zurückerhaltung aller seiner Staaten das «ölune äimitti8» singen.') Um sich in dieser allerdings sehr merkwürdigen Prophezeiung gehörig zurechtzufinden, dürfte eö nöthig sein, den Zeitpunkt von 1859 bis hinab auf unsere Tage in's Auge zu fassen. Einiges scheint 1859, 1867 und 1869 sich schon erfüllt zu haben, Manches dagegen oder das Meiste noch auf Erfüllung zu harren. Immerhin werden noch große, weitgreifende und welterschütternde Ereignisse vor unsern Augen sich abspielen, bevor Alles erfüllt sein wird. Scheinen aber nicht mehrere Punkte gerade auf die jetzigen Auftritte auf 'dem Welttheater hinzudeuten? Dem Leser, der so etwas nicht herausfindet, dürfte der Vorwurf von Gedankenlosigkeit wohl nicht ohne Grund gemacht werden. VI. Der Bauer Jg. Th. Martin und König Ludwig XVIII. von Frankreich. Am 15. Jänner 1816, gegen halb 3 Uhr Nachmittags, war ein armer Landmann aus dem Flecken Gallardon, vier Meilen von Chartres, Namens Jg. Thomas Martin, 9 „Nun entlassest Du, Herr, nach Deinem Worte, Deine« Diener im Frieden." Vuk. 2, 2». — 31 auf dem Felde mit Bertheilung eines Düngerhaufens beschäftigt, als plötzlich, ohne daß er Jemanden sich nähern sah, ein Mann vor ihm stand, gekleidet mit langem, goldfarbenein Gewände, das ganz geschlossen war und bis auf die Füße herabreichte. Dieser Mann sagte zu Martin: „Du mußt den König aufsuchen und ihn, sagen, was ich dir mittheilen werde." Martin, von der ungewöhnlichen Erscheinung überrascht, entgcgnetc mit schlichter Rede: „Ihr könnet ja Andere finden, die Euch einen solchen Auftrag ausrichten." — „Nein", sagte der Unbekannte, „du mußt gehen." Mattin theilte seinem Bruder alsbald mit, was ihm begegnet war; beide giengen zum Herrn Pfarrer, um zu erfahren, was diese außerordentliche Erscheinung bedeuten sollte. Dieser suchte sie zu beruhigen, indem er Alles, was ihni Martin erzählte, als Phantasicgebilde ansah; und er sagte zu ihm, er solle fleißig arbeiten und wie gewöhnlich essen, trinken und schlafen. Dieß aber konnte natürlich Martin nicht befriedigen. Inzwischen wiederholten sich immer die Erscheinungen, und der Unbekannte schärfte Martin dringend ein, „zu thun, was er ihm gebiete; es sei Zeit." Die Sache kam an den Bischof, welcher Martin befahl, den Unbekannten um seinen Namen zu fragen. Er that es bei der nächsten Erscheinung und erhielt zur Antwort: „Mein Name soll unbekannt bleiben. Ich komme von Dem, der mich gesandt hat; und der mich gesandt hat, ist über mir." (Bei diesen Worten zeigte er zum Himmel.) — Martin fragte ihn wieder, warum er sich mit seinem Auftrage stets an ihn wende, da es doch viel weisere Männer gebe. Der Fremde erwiederte: „Um den Stolz zu demüthigen. Du darfst dich über 32 das, was du gesehen und gehört hast, nicht erheben; übe die Tugend und geh' fleißig in die Kirche, vermeide die Wirthshäuser und die bösen Gesellschaften, wo alle Uneinigkeiten begangen und alle schlechten Reden geführt werden. Verrichte an den Sonn- und Feiertagen keine knechtlichen Arbeiten." Die Erscheinungen dauerten im Februar und März fort bis zum 2. April. Von dem, was der Unbekannte während dieser Zeit zu Martin gesprochen, soll der Kürze halber nur Einiges hier verzeichnet werden. Er sprach zu Martin: Am 2. März: „Geh', entledige dich deines Auftrages;> wenn man noch widerstehen will, so kündige ihnen die nicht gar ferne stehende Zerstörung Frankreichs an. Es wird dse furchtbarste Geißel kommen, welche das französische Volk für alle Nationen zum Entsetzen macht." Am ö. März: „Der König muß bewirken, daß man den Tag des Herrn wieder heilige, welchen der größte Theil seines Volkes entweiht. Die öffentlichen Arbeiten müssen an diesem Tage aufhören. Es muß allgemeine Buße gethan und den herrschenden Unordnungen ein Ende gemacht werden. Geschieht dieß nicht, so wird Frankreich vom größten Unglück heimgesucht. Der König soll gegen sein Volk sein, wie ein Vater gegen sein Kind. Befolgt der König dieß nicht, so ist seineKronc dem Untergänge nahe."') Am 9. März: „Du mußt zum Könige gehen; bist du >) Jedermann weiß, wie diese Weissagung oder' Drohung buchstäblich in Erlnliung gegangen. 33 vor ihm, so werde ich dir schon eingeben, was du zu sagen hast; ich bediene mich deiner, um den Stolz und den Unglauben zu beschämen." Am 10. März: „Ich hatte dir gesagt, daß mein Name unbekannt bleiben solle; da aber der Unglaube so groß ist, so muß ich dir meinen Namen entdecken: ich bin der Erzengel Raphael. Ich habe von Gott die Macht erhalten, Frankreich mit allen Plagen heimzusuchen." Am 11. März: „Nun gehe zum König; wenn du bor ihm stehst, gebe ich dir ein, was du zu ihm sprechen sollst; er ist von Verräthern umgeben." Am 12. März: „Mehrere Städte Frankreichs werden Zerstört werden, kein Stein wird auf dem andern bleiben."» Am 10. März: „Wenn man nicht glauben will, so wird Alles eintreffen, was ich vorher verkündet. Du setze Uur dein Vertrauen auf Gott, so wird dir kein Leid wider- sahren. Ich schenke dir den Frieden." Nach dem 20. März: „Deinem Vaterlande stehen schreckliche beiden bevor. Wenn das mit Staunen erfüllte Volk solche ansehen wird, so wird es zittern und beben. Doch wenn das Volk Buße thut, kann Alles dies abgewendet werden, anders nicht. Ich schenke dir den Frieden". Während der Monate Februar und März hatte Martin nicht blos vor der geistlichen, sondern auch vor der Ci- vilbehörde strengen Prüfungen sich zu unterziehen. Gs wurde bon Seite der weltlichen Obrigkeit der Befehl gegeben zur Untersuchung, ob die für wunderbar ausgegebenen Erschci düngen nicht etwa blos ein Spiel der Phantasie Martin'», d»r eine Täuschung seines überspannten Geistes seien, oder vl> endlich der vorgebliche Gesandte und vielleicht Martin selbst nicht von der Polizei strenge untersucht und dann den 3 34 Gerichten übergeben werden müßten. Am 5. März, um 5 Uhr Abends, trat der Unbekannte selbst zu Martin und sprach: „Stelle dich sogleich vor deiner Ortsobrigkeit! Du mußt Alles berichten, wie ich dir angekündigt habe: du darfst weder Stand noch Würd ödere Ansehen berücksichtigen." So kam deren Martin von Gallardon nach Ehartres und mußte vor Gericht ein scharfes Verhör bestehen; von dort wurde er nach Paris zum Minister geschickt, wo man wieder das strengste Verhör mit ihm vornahm und ihm sogar mit deni Kerker drohte. Er ließ sich aber nicht einschüchtern und beharrte standhaft bei seinen bisherigen Aussagen. Endlich am 2. April gelangte er zum Könige. Noch im Vorzimmer erschien der Engel und sprach, er möge nur keine Furcht haben, die Worte würden ihm in den Mund gegeben werden. Martin erzählte nun dein Könige Alles, was ihm seit dem 15. Jänner durch den Erzengel Raphael geoffenbart und befohlen worden. Der König ward so gerührt, daß er öfters in Thränen ausbrach. Er bat Martin, ihm auch später wieder ähnliche Aufschlüsse zu geben. Doch Martin antwortete: „Ich werde Eure Majestät nie wieder sehe»/ meine Sendung ist zu Ende. Jetzt kann ich, wie mir verheißen worden, ruhig wieder in den Kreis meiner Family eintreten." Er kam auch am 4. April 1816 in seiner Hei- mat an und lebte dort in stiller Zurückgczogenheit; er widmete die ihm von der Berufsarbeit erübrigende Zeit dein Gebete für sich, für den König und für die gesamt Christenheit. (Ane Erscheinung hatte er jedoch nie wieder- Er starb am 8. Mai 1834 im Alter von 51 Jahren. Wie wurden nun aber die Drohungen des Erzengel 35 Raphael unter der Regierung Ludwigs XVIII. beachtet? Was geschah im Besondern in Betreff der Heiligung des Sonntags? — Nichts! Was geschah in diesem Punkte unter der Regierung Karls X. ? — Nichts!'). Was unter der Louis Philipps? — Nichts! Was unter der Republik von 1848? — Nichts! Was unter dem Kaiserreich Napoleons III.? — Nichts! Wird wohl Gottes Strafruthe von Frankreich ablassen, so lange die Sonntagsentheiligung fortdauert? Die heil. Schrift sagt: „Gott laßt Seiner nicht spotten." VIl. Aus dem Leben der Anna Maria Taigi. Diese Person, die am 9. Juni 1.837 zu Rom, 87 Jahre alt, im Rufe der Heiligkeit gestorben, deren Scligsprechungsprozeß seit 1863 eingeleitet ist, hatte während ihres Lebens sehr viele göttliche Offenbarungen, und >> Wohl tehlre es Karl X. nicht am Willen, den viele» beer- lchenden Unordnungen in seinem Reiche zu steuern und somit auch der Sonntagsentheiligung ein Ziel zu setzen; allein er war, wie Ludwig XVIII., stets von Verräthern umgeben, die ihn seiner christlichen Gesinnung wegen tödtlich haßten und seinen kirchenfreundliche» Erlasse» und Verordnungen alle möglichen Hindernisse in den Weg legten, so daß selbe nie zur Ausführung komme» konnten. Seine Lage war ähnlich derjenigen, i» der Kaiser Franz Joseph in Oesterreich !eit Jahren sich befindet. 36 ihre unzähligen Prophezeiungen gingen alle haarklein in Erfüllung. Im Laufe von 47 Jahren wurde sie von Gott mit besondern Gnaden und ungewöhnlichen Gaben gleichsam überschüttet. Das Schicksal der Päpste, unter denen sie lebte, war ein besonderer Gegenstand ihrer Weissagungen. So z. B., um nur Weniges anzuführen, sah sie zur Zeit, wo der General Miollis in Rom kommandirte (um 1809), die glorreiche Rückkehr des Papstes Pius VII. aus seiner Gefangenschaft in Frankreich) obschvn zu jener Zeit kein Schatten von Hoffnung hicfür sich zeigte; sie beschrieb jedoch die Feste, welche dann stattfinden würden, und verkündigte, daß der Papst zum ersten Male wieder die hl. Messe am Pfingst- feste in St. Peter feiern werde; nach 5 Jahren erfüllte sich ihre Vorhcrsagung in allen Punkten. -- Nach der Rückkehr Pius' Vl l. sah sie auch die mörderischen Anschläge der geheimen Gesellschaften gegen Rom und besonders gegen die höhere Geistlichkeit und sagte auch die unter den folgenden Päpsten stattgefundenen Machinationen der Freimaurer mit allen Umständen aus's Genaueste voraus. Aber nicht nur jene Päpste, unter denen sie lebte, sondern auch andere, die aus sie folgen sollten, waren Gegenstand ihrer Weissagungen. So verkündete sie genau de» politischen Verlauf der Regierung des jetzigen Papstes, Pius IX. Von ihm sagte sie, „er sei dazu von Gott eigens erkoren, das Schifflcin Petri im Sturme zu lenken"- Sie offenbarte die Verfolgungen, welche die Kirche Jesu Christi wahrend seines oberhirtlichen Amtes würde zu leiden haben; sie sah die Nachstellungen, die Verräthercien und Gewaltthätigkeiten der Gottlosen, die in Rom wüthen sollte»- Sie sah das Blut der Priester fließen, sah die geheime» Berathungen der Freimaurer, den Triumph des DotcheS, die Thränen der Religion; sah wüthende Schaaren von Räubern durch die belagerte Hauptstadt laufen u. s. w. Sie sagte aber auch voraus die außerordentliche Weise, in welcher Pius IX. erwählt werden würde, seine Erleuchtung von Oben, den Beistand und besondern Schutz Gottes, seinen Ruhm in der ganzen Welt, den Beifall der Volker Uno die Hochachtung und Verehrung, die ihm selbst der Türke zollen würde. Aber auch jene Leiden sagte sie vorher, die ihm seine entarteten Kinder (schlechte Katholiken) verursachen, und zugleich die Unterstützungen, die ihm seine getreuen Kinder von der ganzen Welt schicken würden (PeterSpfennig). Auch sagte sie, daß Gott alles schädliche Unkraut, das im Dunkel» wuchert, an's Tageslicht bringen Werde. Sie sprach oft von den Verfolgungen, die der Kirche doch warteten, und von der unglücklichen Zeit, wo eine Menge anscheinend achtungswerther Leute die heuchlerische Maske von sich werfen würde. (Man denke an die große Zahl sog. liberaler Katholiken!) Sie fragte Gott zuweilen, wer Diejenigen wären, welche dieser fürchterlichen Prüfung widerstehen würden; sie erhielt zur Antwort: „Diejenigen, welchen ich den Geist der Demuth verleihen werde." ES gefiel Gott auch, ihr zu offenbaren, daß die Kirche, Nachdem sie mehrere schmerzhafte Prüflingen bestanden habe, Einen so glänzenden Triumph erringen werde, daß ^ie Menschen davon überrascht werden, ganze Na- Uvnen zur römischen Kirche zurückkehren und die ^rdc ihr Angesicht erneuern werde. 38 VIII Aus dem Leben und den Schriften der Maria Latafte. Maria La taste ward geboren am 21. Februar 1822 zu Mimbaste, einem kleinen Dorfe im Departement der Landen in Frankreich. In ihrer Kindheit zeigte sie bei großer Lebhaftigkeit des Charakters auch etwas Ungehorsam und Eigensinn. Ihrer frommen Mutter verursachte sie großes Herzenleid, daß sie den Katechismus nicht lernen wollte. Bereits nach vollendetem achten Jahre verminderte sich indessen Maricn's allzu lebhafte Ungebnndcnheit; ja in dem Maße, als ihre Geisteskräfte sich mehr entwickelten, bemächtigte sich ihrer sogar ein finsterer, schweigsamer Ernst. Dieser Ernst wurzelte aber in einem geheimen Stolze. Sie wurde unwillig darüber, daß sie in Folge ihrer niedrigen Stellung verurtheilt sei, vergessen und verachtet zu werden in einer Welt, in der sie ihr Glück suchte. Diese bittern Gedanken waren es, welche sie finster und schweigsam machten. Aber mit dem zwölften Jahre begann sie die Wichtigkeit der ersten hl. Kommunivn, zu welcher sie zugelassen werden sollte, einzusehen. Sie faßte deßhalb den Entschluß, sich auf dieselbe mit aller möglichen Sorgfalt vorzubereiten. Von nun an lernte sie den Katechismus mit größtem Fleiße und hörte die Auslegung desselben mit aller Aufmerksamkeit an. Bald zeigte sich die Wirkung dieser guten Stimmung; sie lernte den hohen Werth dieser Lehren kennen, und die glückliche Folge davon war, daß sie ernstlich daran dachte, ibre Fehler abzulegen, und so konnte man bald wahrnehmen, daß unter dem belebenden Hauch der göttlichen Gnade dic Keime der in ihr schlummernden Tugend sich entwickelten. Im Gebete fand sie Seelengenüsse, von denen sie bis dahin keine Ahnung hatte, und es währte nicht lange, >v offenbarte sich auf ihrer wieder heiter werdenden Stirne die Veränderung ihres Innern. Als sie unsern Heiland zum ersten Mal cmpfieng, suhlte sie lebhaft Seine allerheiligste Gegenwart und äußerte iu wiederholten Malen ihre kindliche und ruhige Freude darüber mit den Worten: „Wie süß ist es, Jesum zu enr- dsangen und Ihn im Herzen zu haben!" — „Du hast Recht, '"eine Tochter", antwortete ihre Mutter, „strebe darnach, den jetzt an immer so brav zu sein und so zu leben, daß d» das Glück verdienst, oft zu kommuniziren." Diesen Rath ^eu befolgend, wich das fromme Kind nie mehr von seinen sesten Entschlüssen ab. Durch Gebet und Wachsamkeit öffnete sie ihr Herz gänzlich dem Einflüsse der göttlichen Gnade; daher ihre täglichen Fortschritte aus dem Wege der Tugend. Ihre Bescheidenheit, ihre zuvorkommende Aufmerksamkeit für all' ihre Mitmenschen, ihr pünktlicher, rascher Gehorsam, ihre Emsigkeit bei der Arbeit erbaute jedermann. Besonders aber erstaunte mau über den heilige» Ernst, den sie bei der Erfüllung ihrer religiösen Pflichten an den Tag legte. Ihr lebendiger Glaube an den M> Sakramente gegenwärtigen Gott spornte sie zu großer Andacht und Geistessammlung an, wenn sie das Glück hatte, Ä» besuchen zu dürfen. Von nun an bildet das Leben dieses einfachen Land- Mädchens eine fortlaufende Kette von Prüfungen und Leiden, Untermischt mit himmlischen Tröstungen und Offenbarungen. Tie starb den 10. Mai 1847 im Rufe der Heiligkeit als Laienschwester des „Heiligsten Herzens Jesu", bald nach 40 Ablegung des Orvensgelübdes in dem Kloster zu Reimes: im Alter von 25 Jahren und einigen Monaten. Im strengsten Gehorsam ward sie von ihren Seelen- sichrer» angehalten, alle böhcrn Offenbarungen niederzuschreiben und sie denselben zur Prüfung treulich mitzutheilen- Ihre bisher, mit Approbation des hochw- Bischofs von Airc, im Drucke erschienenen Schriften bilden in der deutsche» Ausgabe drei Bände, woraus nachstehende Weissagungen entnommen sind. 4 . „An einem Festtage der unbefleckten Empfängnis; war 'ick lange vor der Feier der hl. Messe gekommen, um vor dem Marienaltare zu beten. Ich hatte Maria, die ohne Sünde empfangen, »reine Verehrung dargebracht und unserm Herrn Jesus Christus Glück gewünscht, daß Cr ein sr hoch begnadigtes Geschöpf zur Mutter hat. Ich vereinigte mick von ganzer» Herzen mit dem Glauben der Kirche und mit allen Gläubigen, welche an diesen: Tage Maria verehrte». Ich hatte das Glück, konnnuniziren zu dürfen. Als Jesus in meinen: Herzen war, sprach Er also zu mir: „Meine Tochter, deine Huldigung ist von Meiner Mutter angenommen worden, und auch von Mir. Ich will dich und deine'Frömmigkeit belohnen durch eine Nachricht, die dirFreude machcnwird. Der Tag wird kommen, wo Himmel und Erde sich vereinigen werden, um Meiner Mutter zu geben, was dem größten ihrer Vorrechte gebührt- Nie»: als ist in ihr eine Sünde gewesen und ihre Empfängnis; ist rein, unbefleckt und mackellos gewesen wie ihr übriges Leben. Ich will, daß diese Lehre auf Erden öffentlich verkündet und von allen 41 Ehristen anerkannt werde. Ich habe mir einen Papst erwählt und Ich habe ihm diesen Entschluß eingegeben. So lange er Papst ist, wird er diesen Gedanken immer im Kopfe haben. Er wird die Bischöfe dcrWelt versamineln, um zu hören, wie ihre Stimmen die unbefleckte Em- pfängniß Marien s verkünden, und alle Stimmen werde» sich mit der seinigen vereinigen. Seine Stimme wird öffentlich den Glauben der andern Stimmen verkünden, und seine Stimme wird in der ganzen Welt wiederhallcn. Dann wird auf Erden der Ehre M aria' s nichts mehr mangeln. Die höllischen Mächte und ibr Anhang werden sich gegen diesen Ruhm Maria' s erheben; allein Gott wird ihn mit Seiner Kraft aufrecht erhalten, nnd die höllischen Mächte werden sammt ihrem Anhange in den Abgrund zurückkehren. Meine Mutter wird der Welt auf einem festen, unerschütterlichen Fußgestellc erscheinen; ibre Füße werden vom reinsten Golde sein, ihre Hände wie von geschmolzenem weißem 'Dachse, ihr Antlitz wie eine Sonne, ihr Herz wie ein bren- Ucnder Gluthofen. Ein Schwert wird aus ihrem Munde ausgehen und niederstoßen ihre Feinde und die Feinde derer, die sie lieben und ihre unbefleckte Empfängniß öffentlich verkündet haben. „Die Bewohner des Morgenlandes werden sie „„geheimniß volle Rose"" und die Bewohner der neuen Dell „„starkes Weib"" heißen. Mit feurigen Buchstaben wird auf ihrer Stirne geschrieben stehen: »„Ich din die Stadt des Herrn, die Beschützerin der hinterdrückten, die Trösterin der Betrübten, die Schutzmauer gegen die Feinde."" „Betrübniß wird nun über die Erde kommen, Unterdrückung wird herrschen in der Stadt, die Ich liebe und in 42 der Ich mein Herz zurückgelassen habe. Sie wird in Trauer und Trostlosigkeit sein, allenthalben von Feinden umringt, wie ein Vogel, der im Netze gefangen ist. Während drei Jahren und noch kurze Zeit nach diesen drei Jahren wird diese Stadt zu unterliegen scheinen. Alsdann wirdabe r Meine Mutter in diese Stadt hinabsteigen, die Hände des aus einem Throne sitzenden Greises erfassen und zu ihm sprechen: „„Nun ist die Stunde gekommen, erhebe dich! Sieh an deine Feinde; ich werde sie nacheinander verschwinden lassen und sie verschwinden für immer; du hast mich im Himmel und aus Erden verherrlicht, ich will dich auf Erden und im Himmel verherrlichen. Sieh an die Menschen; sie sind voll Verehrn ng gegen deinen Namen, voll Verehrung gegen deinen Muth, voll Verehrung gegen deine Macht. Du wirst leben, und ich werde mit dir leben. Greis, trockne deine Thränen, ich segne dich."" „Der Friede wird aus die Welt zurückkehren, weil Maria über die Stürme hinwehen und sie besänftigen wird; ihr Name wird gelobt, gepriesen, erhöht werden aus ewig. Die Gefangenen werden erkennen, daß sie ihr die Freiheit, die Verbannten das Vaterland nnd die Unglücklichen ihre Ruhe und ihr Glück verdanken. Zwischen ihr und all' ihren Schützlingen ivird ein wechselseitiger Austausch von Gebeten und Gnaden, von Liebe nnd Zuneigung stattfinden, und von Osten bis zum Süden, vom Norden bis zum Westen wird Alles Maria verkünden, Maria, die ohne Sünde empfangen, Maria die Königin der Erde und des Himmels." (ll. Bd. S. 164 u. ff.) «r Ey st» Tr tzx >°g ist Hai gel je» sei, diel tzif big Hst der: >d hi. ärs 43 N. Ueber Frankreichs Beruf und Berhalten Erhielt Maria Lataste im November 1843 von Jesus Christus folgende Belehrungen und Offenbarungen: „Ich bin der oberste König und der höchste Herr Kantreichs. Ich bin Herr über alle Völker, Nationen, ^vnig- und Kaiserreiche und über alle Herrschaften; Ich ^>n aber besonders Herr über Frankreich. Ich verleihe ihm Gedeihen, Größe und Macht über alle andern Nationen, es treu ist und auf Meine Stimme Hort. Ebenso Erhebe Ich seine Fürsten über alle andern Fürsten der Welt, ^»» sie treu sind und aus Meine Stimme hören. Ich wgne sein Volk mehr als alle andern Völker, wenn es treu ^ und auf Meine Stimme hört. Frankreich habe Ich erfühlt und Meiner Kirche als Lieblingstochter gegeben. Kaum le es sein Haupt unter Mein sanftes und leichtes Joch ^beugt, kauin hatte es gefühlt, wie das Blut Meines Heraus auf sein Herz herabgeträufelt, um es zu erneuern, von leiner Wildheit zu befreien und ihm Meine Sanftmuth und le mitzutheilen, als es auch schon die Hoffnung Meiner Bischöfe und Päpste und bald darauf auch deren Vertheile und Beschützer wurde. Deßhalb gaben diese ihm den wohlverdienten Namen: „„älteste Tochter der Kirche"". weißt du wohl, daß Ich Alles, was man Meiner lchc thut, so ansehe, als ob man es Mir thäte. Ehrt wo» sie, so bin ich in ihr geehrt; vertheidigt man sie, so lheidigt man Mich in ihr; verräth man sie, so bin Ich w ihr verrathen; vergießt man ihr Blut, so ist es Mein ^»t, das in ihren Adern fließt. Nun, Meine Tochter! "öch sage es zur Ehre, zum Ruhme deines Vaterlandes: 44 Jahrhunderte hindurch hat Frankreich Meine Kirche vertheidigt und beschützt, und ist Mein lebendiges Werkzeug, der unzerstörbare und sichtbare Wall gewesen, den Icb Meiner Kirche gegeben, um sie gegen ihre Feinde zn schützen. Vom Himmel herab beschütze Ich Frankreich, seine Könige und Unterthanen. Wie viele große Männer hat es hervorgebracht, d. h. wie viele Heilige jeglichen Standes, anf dein Throne, ivie in der elendesten Hütte! Wie viele große Männer hat es hervorgebracht, d. h. wie viele Geister, die Freunde der Ordnung und Wahrheit gewesen! Wie viele große Männer hat es hervorgebracht, d. h. wie viele Geister, die ihre Handlungen nur auf Gerechtigkeit und Wahrheit gegründet haben! Wie viele große Männer hat es hervorgebracht, d. h. wie viele Seelen, die vom Feuer der göttlichen Liebe entzündet gewesen! Ich habe ihm diese Männer gegeben, die ihm ewig zuni Ruhme gereichen werden. „Meine Großmuth gegen Frankreich ist aber noch nicht erschöpft; Meine Hände sind noch voll Gnaden und Wohlthaten, die Ich über dasselbe ergießen möchte. Warum mußte Ich aber und muß Ich heute noch und werde Ich auch noch künftig dieselben mit der Ruthe Meiner Gerechtigkeit bewaffnen müssen? „Welch' ein Geist thörichter Freiheit hat in seinem Herzen Platz gegriffen, statt der einzig wahren Freiheit, die da vom Himmel herabgckommen nnd in der Ergebung in Gottes Willen besteht! Welch' ein Geist trockener nick kalter Selbstsucht ist an die Stelle des brennenden Geistes der göttlichen Liebe getreten, die da vom Himmel herab- gekommen nnd in der Liebe Gottes und des Nächsten besteht! Welch' ein Geist ungerechten Handelns nnd lügnerischer Politik hat in seinem Herzen Platz gegriffen, statt i« u 2 » ei r d g b >i e § ,s i > l l l 45 jenes adeligen Benehmens und jener Geradheit in Wort und That, statt jener Worte, die ehemals von der vom Himmel herabgekommencn Wahrheit, die Gott selber ist, gleitet waren! „Noch sehe Ich in Frankreich und werde stets sehen Männer, die Meinem Willen ergeben sind, Männer, von hiebe entflammt, Männer, die Freunde der Wahrheit sind; über heut zu Tage ist deren Zahl gering. Deßhalb stürzt ^ auch den Thron seiner Könige, verbannt seine Beherrscher, ll>ft sie zurück, verbannt sie von Neuem, läßt den Sturm ber Empörung über sie wehen, und macht, daß sie ver- jchwinden, wie die Passagiere eines Schiffes, daö der Ab- Srund verschlingt. Kaum bleibt ihnen beim Schiffbruch ein ^ettungsbrett, das sie dann und wann noch an's Ufer bringt. Ich habe ihn: Könige erweckt, dafür hat es aber Uach eigenem Gutdünken Andere erwählt. Hat es denn noch uicht gesehen, oder sieht es noch nicht, daß Ich es durch Innen eignen Willen strafe, damit es die Augen zu Mir erhebe? Findet es nicht auch jetzt das Joch seines Königs ichwer und lästig?') Findet es sich nicht von andern Völkern gedemüthigt? Herrscht nicht.Zwietracht unter seiner Bevölkerung? Es ist nicht friedlich.Die Ungerechtigkeit schreitet mit erhobenem Haupte einher; kein Hinderniß steht ihr im Wege lind daher handelt sie nach ihrem Belieben. Die Gottlosigkeit trifft ihre Vorbereitungen, »m ihre stolze und hoffärtige Stirne zu zeigen in einer Zeit, bie sie nicht mehr ferne glaubt und die sie mit aller Macht beschleunigen will. Aber wahrlich, Ich sage dir, die Gott- ivsigkeit wird wieder gestürzt, ihre Plane zerstört und ihre >> Dieß wurde Im Jahr 1843 aeschrilbeu. also unter Louis ^ h i l i v r. Absichten vereitelt werden zur Zeit, wo sie dieselben für immer auszuführen und zu erfüllen wähnte. „O Frankreich, Frankreich! wie erfinderisch bist d», um die Gerechtigkeit Gottes zu erzürnen und — zu besä»!' tigcn! Wenn deine Verbrechen einerseits die Züchtigungen des Himmels auf dich herabziehen, so wird die TusM deiner christlichen Liebe zum Himmel rufen: Barmherzig' keit und Erbarmen, o Herr! Du wirst »och Zi sehen bekommen, o Frankreich! die Gericht Meiner erzürnten Gerechtigkeit, in einer Zeü- welche dir offenbart werden wird, und die d» ohne Furcht zu irren erkennen wirst; allein d» wirst auch die Gerichte Meines Mitleides und Meiner Bari»' Herzigkeit erkennen und ausrufen: Lob und Dank, Lie^ und Anerkennung sei Gott gezollt immer und ewig „Ja, Meine Tochter! bei dem Hauche meines Mnnve§ werden die Menschen, ihre Gedanken, Pläne, Arbeiten »es gehen, wie der Rauch im Winde. „Das, was erwählt worden, wird verworfn werden, und das, was verworfen ward, von Neue»" gewählt werde». Das, was geliebt und geacht^ wurde, wird verabscheut und verachtet werde»« das, was verabscheut und verachtet ward, wi^ von Neuem geschätzt und geliebt werden. Zuweilen wird ein alter Baum in einem Walde umgehauen nur der Stamm bleibt ü^rig; allein ein Spröß' ling treibt im Frühling, die Jahre entwickeln ih"" und lassen ihn wachsen; er wird selbst ein Pracht voller Baum, die Krone des Waldes.') ') Diese ganze Stelle mit gecherrter Schiift möge der Leser beachten; ste dürfte in naher Beziehung gehen zu den wichtige» »^ — 47 - „Bete für Frankreich, Meine Tochter! bete viel und höre nicht auf zu beten!" (III. Bd., Seite 380 u. flg.) 6 . Durch Maria Latastc'S Verinittlung macht der Heiland einem ihrer Seelenführcr mehrere, dessen persönliche Schicksale betreffenden Offenbarungen. Dann fügt Er hinzu: „Mein Sohn, bete für Frankreich! Ich habe es schon gesagt und will es dir wiederholen: wenn die Schläge der Gerechtigkeit Meines Vaters noch nicht über Frankreich hereingebrochen sind, so ist es nur Maria, die Königin des Himmels, welche sie aufgehalten hat. Satan brüllt zu Unterst in der Hölle vor Wuth gegen ein Reich, das ihm Wirklich schon harte Schläge beigebracht hat: er zittert und tobt vor Wuth beim Anblick des Guten, das in diesem Lande geschieht: er bietet alle seine Kräfte auf, um das Böse zu vermehren und die göttliche Rache mehr und mebr zu erregen. „Aber eine Kette, welche er nicht zu brechen vermag, fesselt ihn; denn Meine Mutter hat ein besonderes Anrecht auf Frankreich, das ihr geweiht ist, und vermöge dieses Anrechtes hält sie den erzürnten Arm Gottes auf und breitet aus über dieses Land, das ihr gewidmet ist, die Segnungen des Himmels, um dasselbe im Guten zu fördern. Deßhalb höre Ich nicht auf zu warnen, um nuge- gcheuern Drangsalen zuvorzukommen. „O Frankreich! dein Ruhm wird sich weit ausbreiten; deine Kinder werden ihn bis über die weithin sich erstreckenden Meere tragen; und jene, welche dich nur dem Ott scheu Ereignissen, die in Bälde nach allgemeiner Erwartung in Frankreich eintreffen sollen. 48 Namen nach kennen, werden für deine Erhaltung und deine Wohlfahrt beten." Von einem himmlischen tzichte erleuchtet, fügt Maria Mäste noch Folgendes hinzu: „Es gibt in Frankreich viel Gutes und auch viel Böses- Wenn das Gute mit dem Bösen im Verhältniß stünde, so dürften wir die strafende Gerechtigkeit Gottes nicht st sehr fürchten, weil sie eben so sehr durch das Gute besänftigt/ als durch das begangene Böse erzürnt würde. Dem ist aber nicht so; das Gute ist geringer als das Böse, und ist nicht hinreichend,. um Gottes Rache abzuwenden; es muß noch mehr Gutes geschehen. Glücklicherweise bittet die hl. Jung* srau für uns, und verhindert, daß Gottes Gerechtigkeit über unsere Häupter hereinbricht. Aber Maria will, daß man zu ihr flehe und seine Zuflucht zu ihr nehme. Sie stellt sich zwischen Gott lind uns, sie sieht uns an und erwartet' unsere Bitten und unser Flehen. Ihr Herz ist voll Güte und Zärtlichkeit. Ein einziges au Maria gerichtetes Wort erlangt uns unermeßliche Gnaden. Gott wird Sich bewegen lassen, wenn wir zu Maria flehen. Maria bettelt uns um unsere Gebete an; so sehr hat sie den Wille» und das Verlangen, uns zu Hülfe zu kommen. Wir müsse» auch zu Maria unsere Zuflucht nehmen, weil dieses Gottes Wille und das Mittel ist, Ihn gegen uns günstig zu stimmen." — (I. Bd., Seite 329 u. flg.) IX. Die Hirtenkinder von La Salette. l'a Salette ist eine Pfarrgemeinde von etwa 800 Einwohnern, besteht aus mehrern Ortschaften oder Weiler»/ 49 Hegt im Bezirk Corps, Departement der Jstzre, und gehört juin Bisthnm Grenoble in Frankreich. La Salcttc ist ^NgSum von Bergen umschlossen und liegt etwa 3374 Fuß ^er der Meeresfläche. Ungefähr eine Stunde von der Pfarrkirche erhebt sich ein Berg, dessen Höhefläche „Sous ^ Baisses" genannt wird und sich fast 6000 Fuß über Meeresfläche erhebt. Cs war am 19. September 1846, daß zwei Hirten- E'nder, Maximin Giraud und Melania Mathieu, ^ide voll Corps, ersterer l l, letztere 15 Jahre alt, mit 'hren Viehheerdcn auf der genannten Höheflächc zusannnen- lfen. Als sie um die Mittagsstunde ihr geringes Mahl verzehrt hatten, stiegen sie eine kleine Strecke von der Höhe ^Nab, legten ihre Hirtentaschcn nieder, gingen noch einige schritte weiter, legten sich in einiger Entfernung von ein- lder auf den Boden und schliefen alsvbald ein. Melania ^wachte zuerst, und als sie ihre Kühe nicht mehr sah, weckte !ie Maximin und lud ihn ein, ihr die Kühe siechen zu helfen, ^ie stiegen die Höhe hinan und sahen die Kühe ruhig liegen, ^ls sie wieder hinabstiegen, gewahrten sie in einer kleinen Entfernung eine Helle, die strahlender als der Glanz der ^vnnc war, jedoch nicht dieselbe Farbe hatte. Sie sahen '"Mitten der Helle eine Frau sitzen, die ihr Gesicht in ihre 'E>ände verbarg. Sie fürchteten sich sehr, und Melania ließ ^gar ihren Stock fallen. Die Frau erhob sich, kreuzte ihre ^Nue der Brust und sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, meine Kinder! kommt, ich bin hier, ">n euch eine wichtige Nachricht zu bringen." Dann eröffnete ^ ihnen, „daß, wenn das Volk sich nicht bekehre, sie gelungen sei, den Arm ihres Sohnes losschlagen zu lassen, dieser Arm sei so stark und schwer, daß sie denselben nicht 4 50 mehr länger zurückzuhalten vermöge." Sodann bezeichnete I sie besonders zwei Sünden, die den Arm ihres Sohnes st schwer machten: die Entheiligung der Sonntage und das Fluchen, Schwören und Lästern des göttliche» Namens. Darauf fuhr sie fort: „Wenn die Ernte verderbe, so geschehe es nur der Sünden wegen; sie habe es voriges Jahr bei den Kartoffeln merken lassen, aber in»» habe sich Nichts daraus gemacht, im Gegentheil, wenn d» Leute verdorbene Kartoffeln gefunden, so hätten sie geschworn und den Namen ihres Sohnes mißbraucht; die Kartoffel würden zu verderben fortfahren und dieses Jahr (1846) werde mall an Weihnachten keine mehr finden; es werde eine große Hnugersnoth kommen; aber bevor sie koinine, würden die Kinder unter sieben Jahren voll einem Zittert befallen werden und in den Armen derjenigen, die sie haltet sterben; auch würden die Nüsse verderben und die Traube» faulen. Würden aber die Menschen sich bekehren, so ein Ucberfluß an Getreide und Kartoffeln in Aussicht." Dann beklagte sich die Frau über die Lauigkcit ^ Mensche» in Verrichtung der schuldigen Gebete, über gä»?' lichc Nachlässigkeit in Anhörung der hl. Messe, über d»» Arbeiten am Sonntage, über die Unandacht oder ÄnE lassenheit in der Kirche, indem die Jünglinge im WinteJ nur dann, weiln sie nichts Anderes zu thun wüßten, in dst hl. Messe giilgen, lind zwar nur, um über die Religion spotten. Ferner beklagte sie sich über die muthwillige liebet tretung des Fasten- und Abstinenzgebotes. Hierauf sprach die „hohe Frau" noch wiederholt zu de» Kindern: „Wohlall, meine Kinder, machet dieß Alles meine»» ganzen Volke bekannt!" Alsdann bestieg sie mit den beide» Kindern die Anhöhe und verschwand allmählig. Während des Gesprächs mit den Kindern, vertraute bie „schöne Frau" einem jeden aus ihnen ein besonderes Geheimniß an. Keines derselben kennt das Geheimniß, das dem andern anvertraut wurde. Maximin sagte zu Melauia: »Sie sprach lange mit dir, und ich sah nur ihre Lippen sich bewegen. Was hat sie dir denn mitgetheilt?" Melanin antwortete: „Sie hat mir verboten, eS dir zu sagen." — -,D", erwiederte Maximin schnell, „dann bin ich schon zufrieden; denn sie hat auch mir Etwas gesagt, was ick dir nicht anvertrauen darf." So oft man die Kinder über dieses Geheimniß ausforschen wollte, zeigten sie eine unglaublicbe Festigkeit in Bewahrung desselben, wiesen Gold und Silber zurück, das nian ihnen für dessen Bekanntmachung anbot, und antworteten mit erstaunlichem Scharfsinn und größter Geistesgegenwart auf Fragen, die ganz geeignet waren, sie zu verwirren, in Verlegenheit zu bringen und so zur Eröffnung des Geheimnisses zu verlocken. Nichts war im Stande, ihre Festigkeit zu erschüttern. Sie sagten, ihnen sei von der „schönen Frau" der Befehl ertheilt worden, das Geheimniß keinem Menschen zu offenbaren; und dieser Befehl War ihnen so heilig, daß sie lieber sterben, als ihn überleitn wollten. Inzwischen fügte es die göttliche Vorsehung, daß Papst Bius lX., der die Geschichte von La Salette schon lange kirnte, dem Erzbischof von Lyon und durch diesen dem hvchw. Bischof von Grenoble, dem rechtmäßigen Bischof dieser Kinder, zu erkennen gab, er wünsche die Geheimnisse dieser Kinder zu kennen. Um dem Wunsche des heiligen Vaters zu willfahren, ließ der hochw. Bischof von Grenoble beiden Kindern zu wissen thun, daß Papst Pins IX. ihre Geheimnisse zu wissen verlange, und daß sie verpflichtet seien, dieselben ihm, dein sichtbaren Oberhaupte der Kirche und Stellvertreter Jesu Christi, zu offenbaren. Um sie über diese Verpflichtung gründlich zu belehren, entsendete er an sie zwei durch Wissenschaft und Frömmigkeit ausgezeichnete Priester. Als die Kinder vernahmen, wie groß die Macht des Papstes in der heiligen katholischen Kirche sei, und daß alles Außerordentliche, wo immer es in der heiligen Kirche sich ereignen mag, der Einsicht lind Entscheidung des Papstes unterworfen sein müsse, erklärten sie sich bereit, ihm ihr Geheimniß zu offenbaren, fügten aber zugleich hinzu, daß sie es nur dem Papste, als dem Oberhaupte der Kirche, sonst Niemanden, sei er Bischof, Erzbischof oder Kardinal, offenbaren, und daß, wen» sie es dem Papste offenbaren, sie es ihm entweder mündlich, oder in einem versiegelten Briefe bekannt machet werden. Da die Kinder nicht nach Rom gehen konnten, so wurde vom hochw. Bischof eine Kommission von Personen geistlichen und weltlichen Standes ernannt, in deren Gegenwart als Zeugen die Kinder ihre Briefe niederschreiben solltest- Beide Kinder wurden in das gleiche Zimmer geführt, jedoä> jedes an einen besondern Tisch hingesetzt, und so begannest sie, in Gegenwart der bischöflichen Zeugen, das ihnen anvertraute Gcheimuiß niederzuschreiben. Als Melania schrieb, schien sie sehr bewegt, jedoch keineswegs verlegen; sie schrieb geläufig und schrieb ihr Geheimniß in dem heimatlichen Dialekt oder in der Landessprache, in welcher sie es von der „schönen Frau" vernommen hatte. Sie fragte, wie man die Worte i 4 k, di. 53 (d. h. unfehlbar) und „Antichrist" schreibe und was sie bedeuten. Maximin schrieb außerordentlich schnell und begann leinen Brief, wie man später in Roni vernahm, mit folgenden Worten: „Heiligster Vater! Am 19. September erschien mir eine Frau; sie sagen, es sei die seligste Jungfrau. Sie werden aus Folgendem entnehmen, ob es so ist." Wählend er schrieb, fragte er, wie man das Wort (d. h, Papst) schreibe. Nachdem die Kinder ihre Briefe vollendet hatten, siegelte !edes selber den seinigen in Gegenwart der Zeugen. So Megelt wurden die Briefe mit dem Siegel des hochw. Bischofs von Grenoblc noch versehen. Dann wurden vom ^chw. Bischof zwei seiner achtungswürdigstcn Priester ^»ustragt, dem heiligen Vater diese geheimnißvolle Nachricht ^ hinterbringen, und den 18. Juli 1851 übergaben sie ihm ^ beiden versiegelten Briefe. Zuerst erbrach der Papst den Brief des Maximin, fing ^ denselben zu lesen Lind bemerkte bald: „Hier herrscht die ^Uze Aufrichtigkeit und Einfalt eines Kindes." Als er das Schreiben der Melanin las, spiegelte sich ^s seinem Angesichte eine große Bewegung ab, seine Lippen ^ßten sich zusammen und seine Wangen crrötheten sich. ^ sprach die denkwürdigen Worte: „Das sind Geißeln, womit Frankreich bedroht ^d; aber nicht allein Frankreich ist schuldbar, .^bern auch Deutschland, Italien, ja, ganz Europa ^ schuldig und verdient Züchtigung. Ich habe Obiger von offenbarer Gottlosigkeit, als von ^Jichgültigkeit und Menschcnfurcht zu besorgen. '§>t ohne Grund wird darum die Kirche die strei- 54 tende genannt." Dann legte er die Hand auf die Brust und fuhr fort: „Hier sehen Sie Ihren Anführer; halten Sie sich an mich!" Das ist Alles, was bis dahin über den Inhalt der den Kindern anvertrauten Geheimnisse öffentlich bekannt ge- worden. Es lassen aber die von den Kindern beim Schreibe» ihrer Briefe gestellten Fragen, sowie die Aeußerungen des Papstes nach Durchlcsung derselben deutlich genug aus deren Inhalt schließen. Was das Ereignis; selbst betrifft — ein Ereigniß, mit dem sich seit 24 Jahren Frankreich, Deutschland, die Schweiz, Italien, Spanien, England, Amerika, ja die ganze Welt beschäftigt — so wurde dessen Wahrheit, wie es bei Allem, was in den Bereich des Ucbcrnatürlichen gehört, zu geschehen pflegt, von vielen Seiten heftig angegriffen, aber stets auch siegreich vertheidigt. Marinn» selbst, der jetzt zu Le Petit Jouy en Josas bei Versailles das Landgut einer braven Familie besorgtnachdem er zuvor einige Zeit als Zuave in päpstlichen Dienst^ gestanden, hat 1866 eigens eine Schrift verfaßt, in welcher er äußerst klar und gründlich die Einwendungen seiner Gegner widerlegt und seinen Glauben an die außerordentliche Erscheinung der seligsten Jungfrau Maria auf unumstößliche Beweise und in einer solchen Sprache Ergründet, daß selbst der gebildetste Gottesgelehrte sich rüh»^ dürfte, Verfasser einer solchen Schrift zu sein. Weit wi^ . N Nach neuen» Nachrichten befindet sich Marimin gegenwärtig ' Departement Jsäre, wo er ein kleines Handelsgeschäft treibt, als g>w Katholik lebt, die Wahrheit der Erscheinung Mariä auf La Sol^ fortwährend bestätigt und die Anfragen über das ihm von anvertraute Geheimniß stets unbeantwortet zurückweist k d § k> il> l», in 55 ^er jedoch ist, daß den andächtigen Besuchern des nunmehr unter dem Titel: „Maria Vcrsöhnerin von ^ Salette" bestehenden Wallfahrtsortes, bei Erfüllung vorgeschriebenen Bedingnisse, viele Ablässe vom Apostv- Hschen Stuhle verliehen sind; daß der Jahrestag der Er- ^Ejeinung der seligsten Jungfrau in allen Kirchen und Knallen des Bisthums Grcnoble feierlichst begangen werden ^>rf,' und daß bis zur Stunde wenigstens 300 Altäre in ^thäusern, Kapellen und Kirchen unter den: Naincn: »^aria von La Salette" in verschiedenen .Staaten ^Uropa's, Asien's und Amcrika's feierlich eingeweiht worden. Wer übrigens noch mehrere Beweise verlangt, der ver- ^affe sich die bei HH. K. und N. Benziger in Einsiedeln ^chicnenc Schrift: „Maria von La Salette" von ^ Laurcnz Hecht, 1869, aus welcher obige Notizen größtenteils entnommen sind. Eine weite Verbreitung dieser Schrift wäre sehr wünschenswerth und würde gewiß von ^vßem Nutzen sein. 's Es versteht sich von selbst, daß man den vorstehenden, ^ie andern ähnlichen Prophezeiungen keinen dogm flachen Glauben zutheilen darf; dagegegen steht es Jcder- hnn frei, denselben einen historischen Werth beizulegen. ^Hierhin ist es bemerkcnswerth, daß dieselben gerade in ^ wichtigsten Punkten mit einander in wahrhaft überhitzender Weise im Einklang stehen. Wir wollen Beitels halber nur Einiges anführen. d, 0 Es ist neulich eine zweite vermehrte, mit der Abbildung der , ^Osahrtskirche Unserer Lieben Fran vvn La Salette ^strie Auflage dieser Schritt bei den genannten HH. K. »nd N. 'dziger erschienen. 56 u. Holzhäuser, vorn sechsten Zeitalter der Kirche redend, schreibt: „Zur Zeit, wo Alles für Errichtung von Freistaaten stimme, werde durch die Hand des Allmächtigen eine wunderbare Veränderung, die sich menschlicher Weist Niemand einbilden könne, bewirkt werden." — Abt Enge- nius Pechi sagt: „Wenn in den Augen der Welt Alles verloren scheinen werde, dann stehe eine plötzliche Umäw dcrung bevor." Hiemit stimmt auch die A. M. Taig' übcrcin, wo sie sagt: „Die Kirche werde, nachdem sie mehrere schmerzhafte Prüfungen überstanden habe, einen st glänzenden Triumph erringen, daß die Menschen dave» überrascht werden." 6. Sowohl der hl. Cäsarius, als Holzhäuser unk A. M. Taigi sprechen von einem Papste, der durch seine Heiligkeit die Kirche umschaffen und den Frieden der Welt herbeiführen werde. Auch deuten nicht nur Cäsarius und Eng. Pechb sondern auch M. Lataste und die Prophezeiungen Nr. und lV daraus hin, daß Frankreich, nachdem es durch schwere Prüfungen geläutert worden, sich vom Falle erheben und durch Gottes besondern Schutz in hcbrem Glänze seine Stellung als katholische Weltmacht wieder behaupte" werde. Ob aber Derjenige, der, nach Cäsarius, die Lilie"" kröne wieder erobern wird, mit dem „mächtige" Monarchen", von welchem Holzhäuser an so vielen Stelle" spricht, als eine und dieselbe Person zu betrachten 1^' wird erst die Zukunft lehren. 6. Einen glänzenden, die ganze Welt überraschende" Sieg der hl. katholischen Kirche über alle ihre so reichen Gegner, und zwar noch unter Papst Pius 57 stellen fast alle die angeführten Prophezeiungen mehr oder minder deutlich in Aussicht, doch aber so, daß dieser Sieg nur durch heiße Kämpfe, aus dem Wege schwerer Leiden und Prüfungen werde errungen werden, und zwar durch wunderbares Eingreifen der göttlichen Vorsehung in den Gang der Ereignisse. Diese Prophezeiungen sind somit geeignet, jeden Gläubigen init zuversichtlichem Gottvertraucn und himmlischem Troste zu erfüllen in diesen so verhängnißvollen und trübseligen Zeiten. Höher jedoch, als alle diese und ähnliche Prophezeiungen steht dem gläubigen Christen eine Verheißung, die bezüglich ihres Urhebers die erhabenste, bezüglich ihrer Quelle die sicherste, bezüglich ihres Inhaltes die erfreulichste, bezüglick ihres Wortlautes die deutlichste ist, nämlich die Verheißung, welche der menschgewordcnc Sohn Gottes, Jesus Christus, seiner Kirche gemacht hat: „Du bist Petrus (der Fels) und auf diesen Felsen will Ich Meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen." Match. XVl. 18. Mögen die Stürme in unserer Zeit noch so sehr brausen, die Wogen noch so hoch an das Schifflein der Kirche schlagen, die Zukunft nock so schwarz und gewitter- voll drohen: der gläubige Christ sieht vertrauensvoll der Zukunft entgegen, denn er hat die untrügliche Verheißung des Herrn: „Dir Pforten der Hölle werden die Kirche nicht überwältigen." 58 Anhang. Allgemeines Gebet. Wir bitten Dich, v Herr! löse nach Deiner Barmherzigkeit die Bande unserer Sünden, und durch die Fürsprache der seligsten, allezeit jungfräulichen Gottesmutter Maria, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und aller Heiligen, bewahre uns und unsere Wohnungen in aller Heiligkett; reinige alle unsere Blutsverwandten, Anverwandten und Freunde von ihren Sünden; schmücke sie mit Tugenden; gib uns Frieden und Heil; verdränge die sichtbaren und unsichtbaren Feinde; unterdrücke die fleischlichen Gelüste; verleihe uns gütigst eine gesunde Lust und schenke unsern Freunden und Feinden die Liebe! Bewahre Deine Stadt'); erhalte unsern heiligen Vater N.; beschütze alle geistlichen Vorsteher, alle Fürsten und das ganze christliche Volk gegen jede Widerwärtigkeit! Dein Segen sei stets über uns, und verleihe allen abgeschiedenen Seelen die ewige Ruhe: durch Jesum Christum, unsern Herrn. Amen. (Wer dieses Gebet andächtig »errichte», gewinnt jedesmal eine» Ablaß von tl> Tagen; wer es alle Samstage während eines ganzen Monates betet, gewinnt einen Abiaß van ivU Jahren »nd lOO Ouadra- genen. Papst Leo XII. 1828.) Gebet für die heilige Kirche in der gegenwärtigen Bedriingniß. O gütigster Erlöser, Herr Jesus Christus, der Du Deine heilige Kirche Dir zur Braut erwählt und sie so Rom. sehr geliebt hast, daß Du Dein Blut ^ür sie vergossen;, sieh', wie hartnäckig sie in unsern Tagen von ihren Feinden bedrängt wird, mit welch' ungestümer Wuth die Pforten der Hölle wider sie aufstehen! O, verleihe ihr stetsfort Deinen allmächtigen Schutz und gieße in immer reichlicherer Fülle über sie aus die Ströme Deines Segens, damit sie in Frieden und Ruhe die ihr anvertrauten himmlischen Schätze verwalte! Gib auch, daß die Gläubigen der Stimme ihrer rechtmäßigen Hirten willig Gehör geben, daß die Sünder in sich gehen und Buße thun, daß die Ungläubigen zur Erkenntniß der göttlichen Wahrheit gelangen, daß die Verirrten in den Schooß der heiligen Kirche zurückkehren, und daß so das ganze christliche Volk in Liebe vereint nach der allein wahren Glückseligkeit strebe, die Du Deinen Auserwählten im Himmel bereitet hast! Amen. Kirchrngebrt. O Gott, der Du die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des heiligen Geistes belehrt hast: gib, daß wir in demselben Geiste, was recht ist, erkennen und Seines Trostes uns allezeit erfreuen: durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. I). Gebet zu Maria. Hehre Königin des Himmels, höchste Herrin der Engel, die du vom Anbeginn von Gott die Macht und die Sendung, erhalten hast, den Kopf des Satans zu zertreten: wir bitten dich demüthigst, sende deine heiligen Legionen, damit sie - 60 — unter deinem Befehle und durch deine Macht die höllischen Geister verfolgen» überall bekämpfen, ihre Verwegenheit zu Schanden machen und sie in den Abgrund zurückstoßen. Amen. k. Gebet zum heiligen Joseph. Heiliger Joseph, du getreuester und sorgfältigster Pfleg- vater des menschgcwordmen Sohnes GotteS: zu dir nehmen wir in diesen harten Bedrängnissen unsere Zuflucht. O, blicke doch mitleidig vom Himmel aus uns herab und siehe auf die so vielfältigen Plagen, mit denen wir aus gerechtem Urtheile Gottes unserer Sünden und Missethaten wegen heimgesucht werden! Sei du unser Fürsprecher, unser Mittler, unser Versöhner bei Jesus, dem Sohne Gottes und deinem Pflegsohnc, welcher dir nichts versagen wird. Erflehe uns die Gnade, iin Glauben standhaft zu verharren, im Hoffen nicht zu ermüden und in der Liebe nicht zu erkalten! Erwirke und erhalte uns den lieben, höchst erwünschten Frieden, damit nur in Einigkeit des wahren katholischen Glaubens unserm Gott und Herrn in Ruhe lind Sicherbeit hieniedcn treulich dienen lind dereinst mit dir und allen heiligen Engeln und Auserwählten Gottes in ewiger Seligkeit im Himmel uns freuen mögen! Amen. Gebet für die armen Seele» im Fegfeuer. Erbarme Dich, o gütigster Jesus, der armen Seelen im Fegfeuer, für deren Erlösung Du die menschliche Natur angenommen und den bittersten Tod erlitten hast! Erbarme Dich ihrer im Hinblick auf die Seufzer,' die ihnen der 61 Schmerz erpreßt, im Hinblick auf die Thränen, die sie zu Dir emporweinen, und erlasse ihnen durch die Kraft Deines Leidens die Strafen, welche sie für ihre Sünden verdient haben! Dein heiligstes Blut, o gütigster Jesus, steige in das Heuer hinab und erquicke und» erfrische alle dort Gefangenen und Leidenden! Reiche ihnen Deine Hand und führe sie an den Ort der Erquickung, des Lichtes nnd des ewigen Friedens! Amen. 0 . Kirchengebet für den Papst. O Gott, der Du aller Deiner Gläubigen Hirt nnd Vater bist, sieh' gnädig herab auf Deinen Diener N,, den Du zum Oberhirten Deiner Kirche gesetzt hast, und laß ihn seinen Untergebenen durch Wort und Beispiel zum Segen werden, damit er sammt der ihm anvertrauten Hecrde das ewige Leben erlange: durch Jesum Christum, Deinen Sohn, unsern Herrn. Amen. ». Gebet des heilige» Franz Lader. Ewiger Gott, Du Schöpfer aller Dinge, gedenke, daß die Seelen der Ungläubigen, der Irrgläubigen und der Sünder von Dir, und zwar nach Deinem Ebenbilde, erschaffen worden sind! Gedenke, daß Dein lieber Sohn, Jesus Christus, für ihr Heil den grausamsten Tod erlitten hat! O Herr, laß doch nicht ferner zu, daß Dein Sohn von ihnen verachtet und verschmäht werde, sondern versöhnt durch das Gebet Deiner Heiligen und der ganzen Kirche, welche die Braut Deines Sohnes ist, sei eingedenk Deiner Barmherzigkeit! Verzeihe ihnen ihre Abgötterei, ihre Hartnäckigkeit und all' ihre Bosheit und laß auch sie einmal erkennen, fürchten und lieben den Herrn Jesus Christus, welchen Du gesandt hast und der da ist unser Heil, unser Leben und unsere Auferstehung. Ihm sei Ehre in alle Ewigkeit! Amen. (Ablaß von 300 Tagßn, >0 ott man dieses Gebe! mit iimtger Andacht verricht« t. 'sapst Pins IX. 2t. Mai Kurze Ablaßgebete. u) O ewiger Bater! ich opfere Dir auf das kostbarste Blut Jesu Christi als ein Lösegcld für meine Sünden und für alle Nöthen der heiligen Kirche. (100 Tage Ablaß jedes Mal.) t>) Mein Jesus, Barmherzigkeit! (100 Tage Ablaß jedes Mal.) (') Süßes Herz Maria, sei meine Rettung! (300 Tage Ablast jedes Mal.) Jesus, Maria und Joseph! Euch schenke ich mein Herz und meine Seele. — Jesus, Maria und Joseph! stehet mir bei in meiner letzten und angstvolle» Todesstunde! — Jesus, Maria und Joseph! laßt mich mit Euch im Frieden leben und sterben! (Wer diese drei Gebete rcumnthig und andächtig spricht, erhält jedes Mal ZOO Tage; wer eines derselben spricht, 100 Tage Ablaß t e) O Enget Gottes, der du mein Beschützer bist und dem ich durch Gottes Güte bin anvertraut wordeir, erleuchte, beschütze, leite und regiere mich! Amen. (100 Tage Ablaß jedes Mal.) „Das Gebet ist die große Kraft der Kirche vorzüglich in diesen Zeiten." Papst Pius IX. Inhalt. Vorwort zur zweite» Auflage . . . S, I. Aus B. Holzhäuser'« Erklärung der gebeimen Offenbarung des hl. Johannes . . . „ II. Prophezeiung des hl. Eäsarius , . „ III. Weissagung von Orval . - „ IV. Aus der französischen Revolution der 9vger-Jahre mit Hinblick aus den gegenwärtigen Zeitpunkt V. Prophezeiung des AbteS Eugen ius Pech! . „ VI. Der Bauer Jg. Th. Martin und König Ludwig XVIIl. von Frankreich . . . . „ VII. Aus dem Leben der A. M. Taigi . . - „ VIII. Uns dem Leben und den Schriften der Maria Lataste . „ IX. Die Hirtenkinder von La Salette . „ Anhang sGebete). . - „ III 5 17 18 rz 27 30 35 38 48 58