b^-rönv^-H - Kn /, Aktenstücke " des Schützenwesens Aarau vom Ende des XV. bis zum Anfang des XVII. Jahrhunderts 300jälirigen Feier des Gesellenschiessens Yom 9.—11. Mai 1596 herausgegeben von Dr. iur. Walther Merz. 16. APR. 1982 ■' : j ' Aarau 1896 Druck und Verlag von Emil Wirz, vormals J. J. Christen. W SO706 Armbrustsehiessen. Anfang des XVI. Jahrhunderts. Büehsensehiessen. Anfang des XVI. Jahrhunderts. Der Glückshafen am Freischiessen. Anfang des XVI. Jahrhunderts. Das erste eidgen. Schützenfest za Aarau im Juni 1824. jNiläSS HKS .-A. . :3Äj a %ai ÄSiär MM i üp? feyl Sä# :.v-.-r : - v ^K Ä 'iU'■'■***. • ■■ ■v Aktenstücke zur des Schützenwesens in Aarau vom Ende des XV. bis zum Anfang des XVII. Jahrhunderts zur 300jährigen Feier des Gesellenschiessens vom 9.—11. Mai 1596 herausgegeben von Dr. iur. Walther Merz. —HN»=§Ti“ Aarau 18!M> Druck und Verlag von Emil Wirz, vormals J. J. Christen. i iwmi Neben den geistlichen Bruderschaften , 1 * von denen diejenige der li. Maria sonderbarer "Weise Narrengesellschaft oder Gesellschaft zu dem Narren 3 genannt wurde, finden sich in Aarau seit alter Zeit andere Vereinigungen. Das Jahrzeitbuch nennt eine fabrorum fraternia 3 und eine Beb- und Ackerleutengeseilschaft, 4 die jedoch auch einen geistlichen Anstrich hatten. Dieses letztem entberte dagegen die Schützenbruderschaft, die, 1492 zuerst erwähnt , 5 mit der Entwicklung der bürgerlichen Wehrkraft in engem Zusammenhänge stand, indem sie vornehmlich die Handhabung der Schußwaffen pflegte und damit eine wesentliche Bedingung zur Verteidigung der Stadt erfüllte. Die Stadt Aarau war zu Anfang des XV. Jahrhunderts in vier Teile geteilt zum Beisen ; 6 wer einen Beiszug mitgemacht, war von weiterem Kriegsdienst so lange befreit, bis die übrigen seines Teiles und die drei andern Teile ebenfalls ihrer Pflicht Genüge geleistet hatten. So zog der Aarauer 1 Vgl. Argovia VI 360 (confraternitas nostra in Arow), XI 321 (Bruderschaft der Kapläne). 3 Fraternitas gloriose semper virginis Marie vulgari nuncupatione der narren gesellschaft, Argovia VI 865, 403; vgl. meine Rechtsquellen von Aarau I 197 und das Aarauer Ratsmanual 24 p. 39: 1493 Hanns Wirri vnd Hans Rvß j gl. geltz vff Jeori der gesellschafft zum narren. Vgl. Argovia XVII 6. 3 Argovia VI 403. 4 Confraternitas b. virginis et s. Georgii volgariter der reb und ackerlüten gesellschaft. Argovia VI 367. 6 Ratsmanual 24 p. 26. 6 Rechtsquellen von Aarau I 44, Harst vor Sempach. 1386, 7 gegen Graf Wilhelm von Bregenz am 3. Mai 1405 8 und gegen Appenzell am Mittwoch in der Pfingsten des gleichen Jahres (10. Brachmonat 1405) 9 . Zur Verteidigung der Stadt war jeder Bürger eingeteilt und geordnet vff die letzze vnd zu ander werinen, 10 zu den Toren und auf die Burg; jeder Stadtteil hatte seine Hauptleute. Die Bewaffnung bestund in Armbrusten, Spießen, Harnischen, Huben und Hentschen. Schon frühe wird ein balistarius genannt. * 11 Zur Anfertigung und Ausbesserung der Waffen wurde von der Stadt ein Armbruster angestellt. So kamen im Jahr 1446 Schultheiß?, Bäte und Burger mit Hans Armbruster, Ulrich Satlers Tochtermann, überein, dass er frei (d. h. ohne Steuerpflicht) sitzen und nur in Kriegen reisen, wachen und hüten soll wie die Burger; dafür soll er der Stadt jährlich eine alte Armbrust «schiften vnd das vsbereiten mit einer niiwen sül, das es im erlich sy vnd der stat nützlich.» 12 Eine bedeutende Aenderung im Kriegswesen erfolgte durch die Anwendung des Schießpulvers, das seit dem XV. Jahrhundert allgemein auf kam. Im Sempacher Kriege sollen bereits Geschütze gebraucht worden sein. 13 Bei der Eroberung des Aargaus führten die Berner ihre große Büchse mit, die bei der Belagerung von Baden wesentliche Dienste leistete. 11 Später als die großen Geschütze oder Donnerbüchsen kamen die Handfeuerwaffen auf. Seit der Mitte des XV. Jahrhunderts erscheinen die ersten 7 Argovia VI 420. 8 Ratsmanual 23 fol. 252. 9 Das. fol. 253. 10 Das. fol. 190 (1410). 11 Rudolfus dictus Velscli balistarius. Argovia VI 459. 12 Ratsmanual 23 fol. 236. 13 Th. von Liebenau, Schlacht bei Sempach S. 448; vgl. D. A. Fechter, Das erste Vorhandensein des Schießpulvers und der Feuergeschütze in Basel 1361—1499, im Basler Taschenbuch 1853; Welti, Die Berner Stadtrechnungen von 1375—1384, S. XIII ff. 14 Fricker, Gesch. von Baden 70. — 5 — Biiclisenscliützengesettschaften, so 1460 in Bliehifelden 15 ; in Mellingen bestand eine Gesellschaft der Armbrust- und Büclisen- schützen, die im Jahre 1485 sogar an ein Schützenfest nach München eingeladen wurde. Das interessante Einladungsschreiben, das zugleich den ganzen Schiefsplan und das Gabenverzeichnis enthält, ist von dem fieifsigen Stadtschreiber Hans Tegerfeld in sein jetzt im Stadtarchiv Sursee aufbewahrtes Formelbuch 16 eingetragen und so erhalten worden; da es eines der ältesten Zeugnisse für das aargauische Schützen wesen überhaupt ist und über den Zu- und Hergang bei den Schützenfesten jener Zeit interessante Züge bringt, so mag es hier im Wortlaut seine Stelle finden. Den fürsichtigen ersamen [wiscn burgermeister] vnd rate der stat Möllingen vnd | gemeinen schieisgesellen [der armbrost vnd büchsenjschützen daselbst empietten wir ] der burgermeister vnd r[at der stat Münjclien vnd gemein schieisgesellen der | armbrost vnd büchsenschützen daselbs vnser früntlich willig dienst allzitt j züuor. Besunder lieben vnd güt fründ vnd lieben herren, üwer fürsiclitikeit | thün wir zo wissen, das wir mit willen vnd gunst des durchlüchtigen | hochgepornen fürsten vnd herren herren Albrecht pfallczgrauen by Bein, hcrczo- j gen in obern vnd nidern Bairen etc. als einigen regirenden fürsten, vnsers j genädigen herren, vmb kürczwil willen vmb die hernach ge- schriben abentür | vnd gewynüng ein gemein schiessen ze hallten fürgenomen haben in mafs her- [ nach erklärt vnd begriffen, lj Festalbura zur 400jährigen Jubiläumsfeier der Gründung der Schützcngescllschaft lihcinfelden, Oktober 1800, von C. Schröter und F. A. Stöcker, Frick 1801, S. 41 ff. Für Baden vgl. Fricker, Gesell, v. baden 008 ff.; ferner J. J. Sp[ühlerJ im Festblatt zum Aarg. Kantonalschützenfest 1882 No. 4—12; Feierabend, Geschichte der eidg. Schützenfeste; (Sal. Vögelin,) Das Freischießen von 1504, im Neujahrsblatt herausgegeben von der Stadtbibliothek Zürich für 1807. Die weitere Litteratur verzeichnet brandstetter, Ilepertorium S. 291. ll> Fol. 21 b —22'b Die Blätter sind oben in Folge von Mäusefraß und Feuchtigkeit defekt. Was in [ ] steht ist teilweise sichere, teilweise wahrscheinliche Ergänzung. 6 nämlich die armbrost desglich die biichsenschuczen | yetweder teil an gesunderten ennden vnd zilstaten vmb souil abenteuer vnnd | gewinnat: zum ersten ein gewinnat hundert vnd zwein guldin rinisch, item | darnach nünczig guldin rinisch, item mer achtzig guldin, item sibenczig, item | sechtzig guldin, item funfftzig vnd fünff guldin, item fiinffczig, item frmfifundvier- | czig guldin, item vierczig guldin, item xxxv guldin, item xxx guldin, item xxviij | guldin, item xxvj guldin, item xxiiij guldin, item xxij guldin, item xx guldin, item xix | guldin, item xviij guldin, item xvij guldin, item xvj guldin, item xv guldin, item xiiij guldin, | item xiij guldin, item xij guldin, item xj guldin, item x guldin, item ix guldin, item viij guldin, | item vij guldin, item vj guldin, item v guldin, item iiij guldin, item iij guldin, item ij guldin, item j guldin | rinisch vnd einen vanen, mer dem oder denen, so von dem verristen herkomen, | zwen guldin reinisch vnd ein vanen. Item mer ein krenczel mit einer schnür, | daran ein guldin ring für xij guldin rinisch, darumb werden gemein schießge- j seilen beider schiessen, so zu oberürter abentür komen, schiessen; welcher der [ ist, der das zircltelin 11 hieby in dem gemeinen zirckel vff dem brieff zenagst | an dem zweck beczeichent, vnder den armbrost schüczen, deßglich vnder den | buchsenschüczen das schwarcz im schirm am meisten treffen vnd berüren, | der sol das krenczel behabt haben vnd nichtz dester minder ein schuß in den ob- | gemelten abenturen gewinnen. Item mer sechs gewinnat, zuerst vj guldin, item j v guldin, item iiij guldin, item iij guldin, item ij guldin, item j guldin rinisch alles in gold gemei- | ner landswerung, darumb werden all, die nit gewinnat gewunnen haben, | ouch vmb ge- winnat zeschiden nit komen sin, ein schuß thun, vnd weihe schiiczen j vnder yetweder teils schießgesellen dem nagl allernächst schiessen, den sollen die | selben gewinnat als ye den nechsten die pesten volgen vnd werden, vnd man j wirt zu sölhen beiden schiessen vff suntag vor sant Yits tags schierst kün|fftig 17 Das „zirckelin“ hat 2,75 cm Durchmesser. 7 zu nacht all hie zu München an der herberg sin vnd enmorgen | montags söliche beide schiessen anfachen, so die glock zehne schlecht, vnd | den selben tag schiessen so meist schuh man mag; darnach all ander nachuol-1 gent täg wirt man zeschiessen anheben beide schiessen, so die glock sibne schlecht, | vnd zu nacht vff hören zeschiessen, wen die glog fünlfe schlecht. An den allen | geben der obgenant vnser genädiger herr vnd wir zu sölhen beiden | schiessen zweihundert vnd vier guldin rinisch obgemelter werung vorub beuor, j gepürt yettwederm teill hundert vnd zwein guldin rinisch, vnd was über die [ vermelten summa dennoch yedem teil vif die selben gewinnat vsstet, werden gemein | schiebgesellen yeds teils in beiden schiessen zalen nach glicher anzale. Die | armbrostschüczen werden ouch vierzig schüb thün vnd schiessen in ein vnuerserte | zilstat in einen zirckel, als der hie vssen vff dem brieff gerissen ist: 17a vnd wer den zir- j ekel rürt, der hat ein schub. Es sol ouch ein yeder schücz einen geschriben polcz schiessen, | der mit vnsers geschworen schribers hant geschriben sy; vnd welhem ein polcz | erschossen oder ob einer ein andern schiessen wolt, der oder die sollen die selben pölcz | pringen, das man im den namen abthüe vnd ein andern schriben lab vnd ouch | schiessen vffrecht mit fryem schwebenden arme mit abgetrentem wammas | ermell, das die sull die achsel vnd der Schlüssel die prust nit rur vnd gantz | on allen geuär- lichen vorteil; vnd ob sich begäbe, das einem schiesgesellen oder | mer der pogen am armbrost über rugk präch oder an einem ort vffgieng | oder ob in die sul präch, das man die nit gemachen möcht, der oder die, den | sölher pruch beschäch, sollen zwen schüb inzeteilen macht haben; bräch aber) einem oder mer die senn, die nubs oder der Schlüssel, vnd ob einem der kegel | in der sull präch oder was so getaner nachteil einem oder mer an iren schlossen | widerfür, das sy dann fürprächten, dem oder 1,a Der „zirckel“ besteht aus einem Kreise von 12,1 cm Durchmesser. 8 denen sol ein schuß inzeteilen er- j loubt sin. Ynd der siez zu sölhem schiessen wirt drühundert vnd sechczig | werck schüch lang, desselben werckschüchs lengeby ende dicz brieff bezeichent | ist. 18 Die püchsenschüczen werden zwenündzweinczig schuß thün vnd schiessen [ in zwo vnuersert [zilstat, da jede zilstat] von dem nagel vff alle ort ein eilen [ab] J stat mas vnd der [stand wirt sin] werckschüchs sibenhundert vnd vierczig-| lanck. Ynd welher den [die zilstat rürt| vnd nicht prellt, der hat ein schuß, vnd s[ol] | ouch ein yeder püschsenschütz (!) vnd schießgesell schiessen vffrecht mit fryem schwe[ben] j dem arm vnd abge- trentem wammas ermell on schnier, riemen, griff, rüchpfan -| vnd vornen vff der buchs ein schlechtz absehen, hin- den ein löchlin oder offens sch[li]|czlin vnd yeder sin püchs darlegen, die geschawen vnd zeichnen lassen. Es mag o[uch] j ein yeder die selben biichs wol verkeren vnd vß einer andern schiessen, doch das d[er]joder die söliclis thün wollen, vß keiner andern buchsen schiessen, sy werd dann vo[r] | hin bezeichnet. Vnd ouch also, das die püchs die achsein hinden nit berür, no[ch| j eins schuß zwo kugeln ouch nit gefüdert kugeln schiessen vnd gantz on allen | geuärlichen vorteil; welher der oder die das überfüren vnd anderst schusseil, da[n] | vorgemelt ist, geuärlich vnd vnredlich, wer der oder die wären, es war mit dem | armbrost oder mit der püchs, ze stund vmb ir schüß vnd schießzeug körnen | sin vnd sollen ouch darczü gestrafft werden nach der, so hernach gescliribner | wyse darczü erkorn werden, erkantnuß. Wann ouch ein yeder schießgesell an | den verord- neten schießstand angestanden ist vnd im sin püchs versagt, so sol der j sin püchs nyndert vsserhalb des Stands abschiessen, vnd so er also am stand zum j dritten mall abtragen hat, er hab für gehabt oder nit, sol der oder die, den sölihes ! begegnet, den selben schuß genczlich verloren haben on widerred. Ynd weih die | meisten schüß gewinnen, es wär mit dem armbrost oder mit der püchsen, den | gibt man das pest gewinnat vnd 18 „Die leng des schuclis“ beträgt 27,2 cm. 9 darnach yedem, der die meisten schüßs hat, | das pesser ge- winnat, so lang biß sölich gewinnat all vßgeteilt werden. Es j werden ouch erber lut von vnserm rate zu den geschwornen schrybern vnd | zilern an yedem schiessen geseczt vnd verordnet, die mengklichem by dem zyl gli[ch] ; vnd gemein sin vnd yedem sin gepürlich recht geben werden on alles geuärfde]. | Ynd so gemein schießgesellen versandet werden, sol alsdann von gemeinen schießgesellen vf yedem schiessen siben person, von vns zwo person, das sich gepiirft] | nun person erwelt vnd erkorn werden, die vor vnd nach gemelter Sachen einig | ze machen vnd zespreehen macht vnd gewalt haben sollen, der massen, ob sich j in selbem schiessen, die weyl das also wert, einicher ley zwitracht spon vnd irr|ung]| vnder den schiesgesellen, antreffent das schiessen vnd. das, so zii dem schiessen | gehört, begäb vnd vfferstiind, wie oder warumb das wäre, das alles sol an den ; gedachten min verordneten personen sten oder was der merer- teil vß in erkennen, J wie vnd welher maß sy den oder die sölich spen angeen, richten vnd vereinen, | daby sollen der oder die selben on wyter triben vnd wegerung (! ) beliben. on wider | red vngeuerlicli, vnd alsdann sollen der oder die selben vß der stat München nit | komen, biß sj T sulicher straff ein gantz völligs benügen getan haben. Verl rer wollen wir burgermeister vnd rate vßgeben die hernach geschriben silbrin [ kleinat vnd gewinnung vß dem hafen oder väßlin, nämlich des ersten ein silbrin | kleinat für lx guldin rinisch, item darnach ein silbrin cleinat für funfftzig gl., | item ein silbrin cleinat für xl guld., item ein silbrin cleinat vmb xxx gl., item | ein kleinat xxviij guld., item ein cleinat xxvj guld., item ein cleinat vmb xxiiij | guld., item mer xxij, ein cleinat xx gl., item mer ein cleinat für xviij guldin, J item ein silbrin cleinat vmb xvj guldin, item ein cleinat für xiiij guld., item j ein cleinat vmb xij gl., item ein cleinat für x gl., item für ix gl., item viij guld., j item vij, item vj gl., item v gl., item iiij gl., item ein cleinat dry gl., item ein cleinat | zwein gl., item ein io — guldin ring vmb ein guldin vnd dem ersten, der vh dem | hafen oder väßlin kumpt, ein guldin rinisch, deßglich dem, der am aller nächsten | nach dem vnd das letst gewinnat her vssen ist, ouch ein gl. rinisch, vnd sol eins yeden | nam, wie der genant ist, an ein zetel geschriben werden, vnd als dick er ein namen | schribt, als offt sol einer geben ein ötsch krüczer, vnd mag einer als ofl’t vnd wenn er | wil, schriben lassen, doch geb allweg ein kruczer. Ouch so wirt ein yeder, der für einen inlegt, sin namen ouch darzü schriben lassen, das man wiß, wer für sy ing|legt hab, vnd sol also diser hafen, nach dem die schiessen vngeuarlich verpraclit | sin, zu geschlossen werden, vnd den andern tag darnach anfahen die zetel vß ] zu nemen, als sich gepürt, ouch erber liit von vnserm rate vnd eynen geschworn | en schriber zu dem väßlin vnd hafen setzen, damit mengklichem glic.hs vnd pillich ! widerfare, also was einem das loh gibt, das im ouch das werde trewlich vnd on al[le] { geuärde. Hierum!) wir iiwer fur- sichtigkeit vnd sunder gut friintschaft mit allem erfnst] | vnd vlih pitten, ir wollet vmb des obgenanten vnsers genädigen herren vnd vnser[selbs] | willen uwer schießgesellen mit dem armbrost vnd püchsen zu sölhem vnserm schifehen] | vnd kurcz- wyle gütlich vhuertigen vnd allher zu sinen genaden vnd vns vff die obest[imp]jten zitt senden vnd schicken, ouch von des obgenanten vnsers genädigen herren vnd vn[ser| | wegen ze- pitten ander[n schiehgesellen üwern erbjern vnd guten fründen sölichs | verbinden, vnd zu ersüch[en zu vnserm] schiessen vnd kurczwilen zekomen | vnd früntlich mit vns schiessen, [wellen vns] üch hie inne so früntlich vnd gut | willig bewisen als vnser obgenanter genädiger herr vnd wir getrawen vnd j vnser genädiger herr mit genaden üch erkennen vnd wir vmb üwer fürsichtig jkeit vnd wihheit, wo sich das in der geliehen Sachen gepürt, früntlich vnd gern j verdienen wollen. Die selben all vnd yeglicb, die zu der vermelten vnsers genädigen | herren vnd vnser kurczwil vnd schiessen herkömen, sollen die zytt vnd das schiessen werdt, by vns zu München vnd wider von vns zu ziehen von den obgenanten vnserm 11 genä|digen lierren vnd landßfürsten frid, Sicherheit vnd geleit haben, als wyt siner genaden [ gleit rürt vnd geet vngeuärlich, vßgenomen vnser genädigen herren offen | vind vnd ir helffer vnd all schedlich lut, dieb, achter, pennig vnd den vnser | genädigen herren lant vnd die stat hie versagt ist. Ynd das sölhem allem, j wie oben geschriben, stett trewlich vnd vngeuärlich nachkomen vnd gegangen werjde, so haben wir vnser stat München secret vnden uff spatium des brieffs | gedruckt. Der geben ist an Erchtag vor sant Martins tag als inan czalt nach [ Cristi Jhesu gepurde tusent vierhundert vnd im fünffundachtzigisten jare. j (8. XI. 1485.) Eine Vergleichung dieses Ausschreibens mit demjenigen, das die Zürcher im Jahre 1504 erließen, 18a zeigt, dass der Verlauf eines Ereischießens bei uns genau der gleiche war, dass dieselben Bräuche und Vorschriften galten, die gleichen Gaben ausgesetzt waren. Einen interessanten Kommentar dazu bilden die drei aus der Kopie der Chronik Edlibachs auf der Zürcher Stadtbibliothek stammenden Abbildungen. Die eine zeigt das Armbrustschießen. Es wird daraus klar, weshalb in dem Ausschreiben nicht von einem «Stand», sondern einem «Sitz» der Armbrustschützen die Kecle ist. Beim nächsten Schützen liegt noch die "Winde zum Spannen der Armbrust; vorn steht das vornehmere, im Hintergrund das geringere Publikum; neben der Sanduhr im Holzhüttchen wartet der Zeiger seines Amtes. Das andere Bild stellt das ßüchsenschießen dar. Hier hat jeder Schütze seinen «Stand» ; die Scheiben sind in Mehrzahl aufgestellt, weil die Kugel nicht wie der Bolzen der Armbrustschützen mit dem Namen des Schützen versehen werden konnte, 18a Es ist gedruckt in dem in Note 15 genannten Neujahrsblatt. Dort sind auch die 3 Abbildungen nach der Kopie von Edlibachs Chronik im Original fehlen sic — reproduziert, welche als Vorlage für unsere Abbildungen gedient haben. Eine andere Darstellung vom Schießplätze bildet sich auf dem Glasgemälde der Zürcher Stadtschützengesellschaft aus dem Anfang des NVI. Jhdts., abgehildet in „Ausstellung von Glasgemälden aus eidg. u. Privatbesitz im gr. Börsensaale in Zürich“, 1891; vgl. daselbst Nr. 115. 12 eine Scheibe daher nicht genügte. Neben den Scheiben stehen die Zeigerhüttchen, im Vordergrund rechts sitzen die geschwornen Schreiber. Auf dem dritten Bilde ist der Glückshafen dargestellt und zwar die Herausnahme der Zedel aus demselben vor den Ratsabgeordneten und dem geschwornen Schreiber. Der Glückshafen ist eine Lotterie mit freier Zahl der einzulegenden Lose. Von besonderem Interesse sind die eingehenden Vorschriften bezüglich zerbrochener Waffen, woraus die einzelnen Teile derselben zu ersehen sind: die Sul d. h. der Schaft der Armbrust, die Nuß, die die Sehne hält, und vom Schloß aus (dessen Teile Schlüssel und Kegel sind) umgetrieben wird, die Sehne und der Bogen; bei den Büchsen das schlechte d. li. einfache Absehen vorn auf dem Lauf und hinten das Löchlin oder Schlitzlin; nicht weniger charakteristisch die Vorschriften wegen unerlaubter Vorteile. Wie hier Armbrust- und Büchsenschützen gemeinschaftlich zu einem Schützenfest entboten wurden, so bestanden lange Zeit in den aargauischen Städten beide Arten von Schützen neben einander , 19 bis endlich die verbesserte Feuerwaffe die 19 Für Lenzburg vgl. die Urkunde vom 8. August (Donstag vor f. Larentzen tag) 1532: Brandolf Mej'er und Wolfgang Zender, der Tisclnnacher, bed Buw- meister der Zilstatt beder der Büchssen vnd Armbrest schützen der Statt vnd Graffschafft Lentzburg, geben vff beueleh gemeiner vorgemelter schützen zu kaufen und verkaufen dem Jkr. Burkhart von Halwil und seinen Erben 3 S gelts jährl. Zinses, Bern. Währung, von vf vnd ab der gemeinen Zilstatt vnd behusung daruff vor der Statt Lentzburg der lenge nach an der straß vßhin alls man gan Baden gatt; die 3 sind in guten schinbaren nutz vnd buw deß Schießplatzes der zilstatt vnd der behusung zu gemeiner Schützen noturfft verwendet worden. Diesen Zins sollen je weilen die ver- ordnetcn Schützenmeister der Zilstatt auf !'. Laurenzentag oder acht Tage hernach entrichten, andernfalls kann der Gläubiger auf Schießplatz und Behausung als Unterpfand greifen. Der Zinskäufer hat den Verkäufern „die frundschafft vnd liebe getlian“, daß sie den Zins wieder ablösen können, je 1 ß Zins mit 20 ß Hauptguts. Siegler: Sulpitius Haller, Obervogt zu Lenzburg. Stadtarchiv Aarau: Urk. 737 (Burkharts v. Halwil Zinsbuch fol. 18 f.). 13 Armbrust verdrängte. Für die Stadt Aarau hat der fleißige Stadtschreiber Gabriel Meyer folgende Nachrichten über das Schützenwesen aufgezeichnet: 30 1526, 22. August. Item man hatt den schützen ein par hosen 31 zügesagt vif ein schiesset. 1526, 3. Weinmonat (Mittwuchen nach Hyeronimus). Sin die schlitzen kummen, begärt an min herren, inen behulfifüch ze sind, das schiesend, so von den suben stetten deß Ergeuß zu vns gelegt, vß ze richtn. Doruff inen geantwurt, sy daß ze thün willig sin, vnd doruff inen ij gl. ze stür gäbn, iij frye par hosen vnd holtz, die schibn vnd anderß zu ze rüsten. Ouch her man, ij von den rätten, ij von drißgen, by den schiben ze stau vnd schütz ze mercken. 1526, 7. Weinmonat (Sergius). Vff suntag nach Francisci [7. Weinmonat] hatt daß schiesset angefangen vnd bin ich [der Stadtschreiber Gabriel Meyer] schiber gewasenn; hatt gewärt byß an mittwuchen zu aben. Do sind die gaben vßgeteilt vnd am donstag bezalt etc. Sind da gesin 124 schützen. 1530, 19. Weinmonat (Mittwuchen nach Galli). Min herren habend den armbrost schützen zügesagt ze geben wie von alther har, aber vff dis mall den halben theill vnd sollend die Ordnung halten vnd sorg haben zü dem hirtzen etc. 1532, 6. März (Mittwiichen vor letare). Es habend min herren die biirger denn armbrest schützen 30 Katsmanual 25 fol. 18, 21, 253, 325, 350, 383, 384, 394, 406, 443. 31 Ueber Hosen als Ehrengaben vgl. Osenbrüggen, Deutsche Rechts- altertümer aus der Schweiz, in der Monatsschrift des Wissenschaft!. Vereins in Zürich III 143 n. 16 oder Studien z. deutschen u. Schweiz. Itechtsgesch. 399 n. 19. 14 zu gelan den herren garten, dorin ze schüßenn, doch söllend sy nüt brächen one miner herren wüßen. 1532, 9. Weinmonat (Mittwüchen vor Galli). Item min herren habend denn armbrest schützen geschenckt j par hosenn an ein schießett. 1533, 16. Heumonat (Mitwüchen nach Margarethe). Danne habent vnser gn: herren [von Bern] die schützen von irem stat vnd land vff ein gesellen schiesset geladenn, doran min herren von Arow inen an den costen vnd zerüng geschenckt xij ft. Vff das min herren alle schützen von biichsen vnd armbrost schützen beschickt vnd inen gesagt, wölche hinüff willens siend ze züchen, wöllent min herren ye zweyen ein krönen geben ze stiir an die zerüng, doch das sy glichlich mit ein andren theillent, was sy da ge- wünnent der gaben, so von dem toppell har kommend, aber der nebend gaben vnüergriffenlich. Vnd sind dis die büchsensclnitzen: Hans Büchsser, Mattheüs Schlosser, Adrion Hafner, Jacob Büchegger, Plans Haß, Ltidwig Zechender, Lorentz Schmid, Cünrat Berwart, Vli Vitt, Heini Bollinger, der schlosser. Hans Müller, der messer- schmid knecht, jüng Lotiber, Hans Vli Seman der ger- wer, Küdi Hütmacher. Die armbrost schützen: Jünckher Valentin von Lüthernow, Cünrat Summer, Heini Berwart, Eüdi Büchser. Vnd ist das schießet angangen vff süntag vor Laii- rentij [3. August], vnd ist das best gsin vnder den biichsen schützen xv gl. vnder den armbrost schützen x &. vnd sind zwey venli har kommen, Cünrat Berwart vij gl. vnd Heini Schloßer vj gl. Do habent min herren die biirger denen zweyen, so gewünnen habent, iedem ein par hosen geschenckt. IS 1533, 3. Christmonat (Mittwiichen nach Andree). Es habent min herren die driliig Heini Schloßer an der Milehgaßen abgekoiifft ein haggenbtixen vm xvj fti. 1534, 27. April (Mentags nach Jeorgy). Es sind erschinnen ersamme botten von den stetten im Argow, von Zoffingen, Brüg, Lentzbiirg vnd Arbürg, danne die obervögt von Lentzbürg, Schenclienbürg, Arbürg, hoffmeister von Künigßfelden, vogt von Biberstein, die edlen von Hallwil, Mülinen, Effinger vnd Lüternow, vnd habent also beredt ein schießet ze haben, dorüff die stett angesücht, inen ettwas vereerüng ze gäben, also habent die fiinff stet yede gelegt vj gl., bringt xxx gl. Danne habent sich die vogt vnd edlen begäben xxvij gl. Dorüff hat man sich vnderret, wo hin man den schießet legen wollen, also habent die stet das selbig den vögten vnd edlen übergäben, die also mit dem meren Arow be- nempt. Danne der besten gab halb ist benempt x gl., der ritter schütz j gl. Der toppel v batzen, danne von einer gab ein halben batzen. Danne hat man die siibner geordnet, einen vß den vogten, den von Schenckenberg, vß den edlen Jüngcker Stoffel Effinger, die übrigen v von ieder stat, einen; also gabent min herren Hansen Büchser. Ist also der schießet angesähen vff süntag den xvij a Meiens, am sambstag dor vor am abent hie zu sin. 1535, 23. August (vigilia Bartolomey). Es habent min herren den schützen geschenckt iiij do mit sy ein hilff an ein nachschießet habent, vnd liant also geschoßen süntags nach Micahelis [3. WeinmonatJ. Die Aarauer Schützen besuchten auch auswärtige Schützenfeste und hielten sich wacker. 16 — 1559, 17. August. Schießett zu Bernn. Sontag den 17. Augusti habend vnser gn. herren die schützen zu Bern für sich selbs einen gsellen schießend geheptt vnd vns schützen doruff besciiriben. Do hand mine herren vnder den schützen sechs himiff geordnett, dero yedem geben 33 ... . Do hand iren zwen vanen doruon gebracht, vnd warend nämlich disere himiff gesin: Hans Schmidli, der tisch- macher, Valentin Zender, Joachim Schmutzinger der jung, Hans Kurtz, Hans Berwartt, vnd ich Samuel Meyer. Nämlich gwan jung Jochim Schmutzinger xv gl. vnnd Hanns Kurtz vj gl. Do hand bemellte sechs schützenn, als sy hinuff gewellt, ein beredtnus gethan, das .sy alles das, so sy gewünnen, fründtlich vndereinandren tlieylen wellend, doch das denen, so ettwas gewünnend, ir toppell zeuorderst widerumb geben werde. Vnnd was die beste gab xxj gulldenn. Der toppell xij batzenn. 23 Schon frühe hatten die Schützen zu Aarau ein Schützenhaus, es wurde im Jahre 1564 neu gebaut vnd mit einem Brunnen versehen: 1564, 12. Jänner (mittwuchen nach dryum regnin). Wytters habend sy [min herren gemeyne burgerej ab- eerathenn, ein schützenliuü ze buw r en vnnd das vff den allten platz, doch bas nidenn, vnnd wellend das ein gmach hoch muren vnd das obertheil riglenn. 21 1564, Bl. März und 1. Mai. Brunnen ab dem Hungerbärg. Frytags vor Osteren hat man den Brunnen vff dem 23 Katsmanual 26 fol. 533. 23 Iler Betrag ist nicht ausgesetzt. Ratsmanual 27 fol. 127. Hungerbärg, genampt Louppersbrunn, hinab gelegt zu der vlieren brngg. Darnach vff clem meytag habend min herren gemeyne bürgere denselbigen brnnnen abgerathen für den halben theyl hinin zelegen zu dem nihven schützenhuli. 25 Von besonderem Interesse ist folgendes Mandat der gnädigen Herren und Obern zu Bern wegen der zu verwendenden Waffen: 26 Schultheis rhät vnnd burger der statt Bern-n, vnnseren grüs zuvor, ersammen, lieben getlirüwenn. Wiewoll wir vor wenig jaren vff vnnser buchsenschützonn allliie gar nach gmeine ein- hälligkheytt inen vnnd anderen zu statt vnnd lannd den schneggen, rill vnnd zug inn ire zillstnckbüehsenn zemachenn oder machenn zelaiienn verwilliget vnnd nachgelaßen, so habenn wir doch siderliar erfharen, das sollich artlich schielienn deli schneggens vnnd zugs (so vill meer vff gwin vnd gyt dann Übung vnd gsellschafft gerichtett) nitt allein vnnsere schützen vertribenn vnd nit geuffnett, sonders ouch wann dieselbenn vff anndere schiesset gezogen vnnd sy mitt glattenn zill rorenn habenn schiessenn söllenn, vngewontt ja vnkhönnend gemacht, allso das sy wenig lobs darmitt erhobt; wellichem allem vorzesindt vnnd die löbliche Übung del.i schiessens vill meer vortzepflantzenn dann zeuerhinderenn, ouch gütten friden, einig vnd glychmassig- kheytt zwiischen den vnnseren, ouch mitt annderenn vnnserenn be- naehpürtcn anzerichten vnnd verschaffen, da so habenn wir mit einhällem rhat angesächen vnnd geordnett, das mencklicli von dato dil.i sich del.i sneggens, ril.ies vnnd zugs inn zillbiichsenn nitt meer gebruchen, sonder del.i gentzlich abthün, überhebenn vnnd müssigenn solle, by 20 pfunden vnablässiger büli vnd verlierung der büchsenn, ouch der zillstatt eerlicher schfttzenn vnnd gsellschafft, von allen den jhennigen, es syend schützenn oder biichsen- schmid, so hierwider tliün wurdenn, an alle gnad zebeziiehenn 25 Daselbst fol. 131. 26 Stadtarchiv Aarau: Akten B<1. 168 (Missivcn IY) n. 46. - 18 Vnnd eruorderenn. Doch liierinn die reyfi vnd birßbüchsenn vnuergriffenn, wölliche wir vßbedingt vnnd menckli ehern nach- gelaßen habenn wöllenn, die nach bester siner gelägenheytt vnd notturfft rüstenn zelafsenn, üch haruff beuelchende, söllich vnnser ansechen vff offner cantzell verkhünden zelaßen vnd die fhälen- den hierob zestraffen. Daran bschicht vnns geuallenns. Datum xx a - Aprilis 1577. Adresse: Denn eersammen vnnseren lieben gethrüwen Schultheis vnnd Rhat zu Arouw. Einen Höhepunkt erreichte das Aarauer Schießwesen in dem Gesellenschießen vom 9.—11. Mai 1596, dessen Protokoll in einem Quartheft von 24 Blättern (wovon 3 leer) heute noch im Archiv der Schützengesellschaft Aarau auf bewahrt wird. Es lautet folgendermaßen: 27 Verzeichnung’ vnd kurtzer Inhalt dess Gsellen Schiesscts, so vf den nündten tag Mey im lf>%. Jar zu Aronw vf gwonlicher zillstatt ist gh alten worden. Zu sampt einer annotation aller personell nammen, so an den selbigen gstürt vnd vf weliche form gschoßen worden. Item welliche stett vnd flecken beschriben, oucli wer vß denselbigen erschinen. Ouch was für gaaben gsin vnd wer dieselbigen gewimen. Actum als obstadt. Erstlichen volget, durch wölliche personell der schiesset angfangen worden vnd was damalen für schützenmeister gsyn sind. Die personen des anfangs sind gsyn hr. Niclous Huntzicker der zyt seckelmeister vnd Hans Rudolf Schmutzinger. Die schützenmeister Heinrich Ambsler vnd Bendicht Huntzicker. 21 Es ist erstmals fehlerhaft gedruckt in der „Anleitung zur Behandlung des Stutzers für Sehweizerschützen mit einer gründlichen Anweisung für Zeiger über das Abstechen der Zweckschüsse“, Aarau, J. J. Christen, (182 ). 19 Diß sind die namen deren, so an obgmelten vnsern gsellen schiesset gestürt vnd gäbet handt. Erstlichen habend vns gschenckt vnd vergäbet vnsere gnedigen hochehrenden herren hr. Schultheiß vnd Rath der statt Arouw an pf. 42 ft 13 ß 4 h. Item hat verehret Herr Schultheiß Heinrich Eger an pf. j gl. H: Seckeimeister Niclous Huntzicker an pf. j cronen. Herr Adam Reyf 10 bz. Herr Lienhart Castenhoffer 1 cronen. Junckherr Bennedicht Mey 1 cronen. Meister Lorentz Wyerman 1 gl. Durs Huntzicker 10 bz. Marquart Wannger j cronen. Herr Cünradt Dentzler 20 bz. Hans Rudolf Schmutzinger 1 cronen. Samuel Huntzicker j cronen. Samuel Schmutzinger 1 cronen. Felix Kläber 1 cronen. Jeronimus Schmutzinger 1 cronen. Jeronimus Rottbletz 1 cronen. Hans Jacob Schmid j cronen. Melchior Harlepp 1 gb Hanns Segißer 10 bz. Vli Nüschicker 1 gb Beatt Wanger j cronen. Gaberiel Egglin der Jung 20 bz. Baldaßer Huntzicker 1 gl- Daniel Franck j gb Wolgang Gamper ,} gb Jochum Wirtz 6 bz. Hans Jörg Simliger 3 bz. 1 ß. Hans Bloumer j gb Hans Heinrich Landolt 4 bz. 20 Hans Holtzriidti 4 bz. Hans Batt Mercbt j gl. Hans Brunner genant Kräbs 3 bz. 1 ß. Hans Härdi ,} gl. Hans Ber, der hußknächt zum lötiwen 4 bz. Jacob Ertzenholtz 6 bz. Casper Meyer 4 bz. Paulus Casthoffer j cronen. Matbeus Rottbletz 10 bz. Rudolf Imlioff j cronen. Hans Jörg Imlioff j cronen. Albrecht Fischer 5 bz. Dionysius Lutz 6 bz. Symon Giamper j gl. Anthoni Bunder 10 bz. Anthoni Studer 5 bz. Yriel Huntziker 10 bz. Niclous Schaffer 10 bz. Albrecht Haberstock 32 bz. Heinrich Ambsler 18 bz. Benndicht Huntzicker 1 cronen. Thüt an personen 50 vnd an pfennigen in einer suma 65 gl. 9 bz. Vß dem vorbemelten züsamen glegten vnd vergaabeten gelt sind dis dry nachvolgende gaaben geordnet vnd gmacht worden: Als nämlichen ist die erste gsyn ein hocher silberner bächer mit einem deckel vnd einem sydenen fahnen, darin der statt Arouw Zeichen, in guter prob vnd gwicht zu gelt gerechnet für 30 gl. Item die ander gab ist gsyn ein silberner bächer gütter prob vnd gwicht mit sampt einem sydenen fahnen für 20 gl. Sodanne ist die dritte gaab gsyn ouch ein silberner bächer mit einem sydenen fahnen, zu gelt gerechnet für 10 gl. Die Ort vnd Gsellschafften, welliche b ’schriben vnd geladen worden, sind als hernach volgendt. Erstlichen vnsere gnedige Herren vnd Obern, Gmeine schützen vnd schießgsellen der zillstatt der löblichen statt Bern Ampt Arburg Burgdorff W anngen Zoffingen Arwangen Brugg Ampt Schenckenberg Lentzburg Bipp Arburg Biberstein Grafschafft Lentzburg Huttwyl Arouw. Vß der Herrschafft Lutzern: Münster W illisouw Sursee. Vß dem Huß Österych die Eynnstett: Louffenberg Seckingen Eynnfelden Waltshütt. Vß den Fryen Ampfern vnd sunst der 8 alten Ortten vnderthanen: Baden Mellingen Bremgarten Klingnouw. Yß dem Solothurner biett: Olten Gößgen Bechburg Falckenstein. Vß dem Basel biett: Liechstell Varnspurg Homburg. Volget das vssschrybon, in was forma selbiges gestelt an die er- melten stett vnd örtter. Item wolichev gstalt man schiessen, wie . o ml schütz vnd wie zu mancher schyben, euch dess vorschiessets vnd doppels halb sampt andern punctenn mehr. Vnd lndtet also: Den edlen vesten frommen fürnemen fürsichtigen ehrsamen vnd wyßen herren lir. schützenmeistern vnd gmeiner gsellschafft als büchsenscliützen der zillstatt N. N. vnsern hochgünstigen 22 ehrenden lieben Herren vertliruwten alten nacliburen embiettend wir die schützenmeister sampt gmeinen schießgselien der zilstatt Arouw vnsern friindtlichen grüß sampt allem gütten beuor, vnd fügend üch hiemit züwüßen vnd zeuernemen, als wir dann vß anlaß etlicher vrsachen vnd sonderlich zu mehrung fründtlicher gsellschafft vnd vfpflantzung gütter nachburschafft ein gsellen schießet ze halten angsechen, zu welichem dann myn 38 gnedig herren Schultheiß vnd Rath vns mit einer erlichen schänck (vnsers bedunckens) nämlich drisig gülden verehrt, zu demselbigen habend ouch gmeine schützen sampt andern güthertzigen bürgern gelegt vnd zusammen geschoßen ouch drisig gülden. Sind also ermelt züsamen geschoßen gelt mit hilf vnd bystand göttlicher gnaden vf den niindten tag Meyens schier körnend vf gwonlicher zillstatt mit denn büchßen vf volgend wyß mit einandern zeuer- kurtzwylen Vorhabens, vnd wirt derhalben also die erste vnd höchste gaab ein silberner bächer vmb drysig gülden, die ander ein bächer vmb zwentzig gülden vnd die dritte ein bächer vmb zachen gülden syn. Danethin hat man ouch wyter zunerscliießen alle schütz, so man vmb die houptgaaben thün wirt, jeden insonderheit ein fry par hoßen, zwo ein stammet, vnd werdend obgemelte gaaben vf volgende wyß vßgetheilt werden. Wellicher nämlich die meisten schütz trifft, dem gibt man die beste gaab, vnd also dem überigen meist treffenden einandern nach biß vf die letste. Was aber die hoßen belangt, soll alle schütz inn- sonderheit je allwegen dem nechsten by dem nagel ein par zwo ein stammet gegeben werden. Vnd sölliches alles fry vnghin- dert, vßgnommen altem harkommen nach soll von jeder gab, wie sich die nach marckzall treffen mag, dem gülden nach ein batzen gegeben werden. Vnd wirt man zu söllichem schießen nün schütz thün zu dryen fryen vmgehnden schwäbenden schyben mit schwäbenden armen ohne vorthel in rechter vnd gewondter wytte des Stands, vnd wirt der toppel züsamen zwentzig batzen, 28 ersetzt. myn“ ist von späterer Hand ausgestrichen und durch „vnser nämlichen in die bächer ein gülden vnd inn die nün par hoßen fünff batzen Berner wehrung, mit gedingen aber, wellicher inn die houptgaaben doplet, der soll ouch in die hoßen zetopplen verbunden syn. Diewyl man aber diser zyt zulaßt beiderley gschoß, als mit den zillbtichßen vnd mit den reyß vnd schnapper- büchßen zu kurtzwylen, so wellend wir sölliches ouch nachge- laßen haben mit conditionen aber als volget: nämlichen wellicher mit den zillbüchßen vnd männli schloß schießen wil, der sol sich eines graden schmirgelzugs, wie von alter har brüchig gsyn, behelfen vnd nüt krumbs in syner büchsen haben; wellicher aber mit der reyß oder schnapperbüchs schießen wil, der mag syn gschoß mit graden oder krumbem zug rüsten nach synem willen vnd gfallen, doch sol der hanen des Schnappers frygend one züngli stell vnd hängstrübli mit fryer hand durch den sclilüßel getruckt werden; es soll ouch der hanen ein zoll hoch ob dem tügell vnd von der pfanen stahn. Item es sol ouch ein jeder, so da schießt, synen zündtstrick söllicher länge haben, das er denselbigen in dem schütz in syner lingken hand behalten möge. Ynd wellicher schütz in denn schießstand trätten were, der sol vonn dannen nit wychen, er habe dann synen schütz gethann. Inn suma, es soll mit den schnapper- büchscn aller maßen, wie vff vnser gnedigen herren der zillstatt Bern brüchig, geschoben werden vngfahrlicli. Deßhalb, günstig ehrend lieb herren verthruwte alte nachburen, ist vnnß fründtlich begäron, vns zebesüclien, vnd welichem also gfellig, syn pfenig mit vns zeuerzehren vnd sich der gsellschaft vorthel vnd gwiins (als wir üch wol gönnend) theilliafftig zmachen, der mag vf sambstag znacht den 8b Mey zu Arouw in der herberg erschynen, morndes am sontag ein vorschießet zehaben vnd zethün vnd inontag fn'i den schießet anzefalien, damit der doppel biß vmb zechen vren erleit vnd angsehoßen werde: dann wellicher synen doppel biß vf ermelte stund nit orleite, soll zu erkhandtnus der sibnern stahn, den zeempfachen oder nit. Wir sind ouch hienäben, großgünstige ehrende liebe herren verthruwte nach- 24 buren, des erbiettens, ücli mit gebürlioher gsellschafft zeuerehren. Vnd deß zu vrkhund habend wir die schützenmeister sampt gmeinen schießgsellen mit ernst erbätten den ehrenuesten wyßen lierren Heinrich Eger, diser zyt Schultheiß,, das er syn eigen secret innsigel zu ende getruckt hat. Beschechen vnd geben vf den dritten tag Apprilis anno 1596. Schützenmeister vnd ein gmeine Gsellschafft der Büchsenschützen der Zillstatt ' Arouw im Ergöüw. Yolget von wellichen Stetton Schützen (vf viisero zillstatt) von vorgeschobnen ortten vf vnsere ladung vnd berffüung hin er- schinen sind, die allsanien ordenlich mit iren nammen verzeichnet. Erstlichen vß vnserer gnedigen lierren statt Bern sind gsyn: Der edel vnd vest j: Bendicht vonn Erlach, ir schützenmeister vnd houptman. J: Rudolf von Erlach. ,J: Adrian von YVattenwyl. J: Johannes Steyger. J: Augustin von Lutternouw. J: Hans Frantz von Lutternouw. J: Jeronimus Manuel. J: Hans Jacob Stölli. J: Jörg von Wyngarten. H. Bernhart von Wördt. H. Hans Jacob Wälder. Jacob Keller. J: Anthoni Tillier. Maritz Kün. Christoffel Föllenbärg. Jacob Torinan. Bartholome Götschi. 1 Lorentz Brandenberger. S Samuel Schellhammer. ! Marti Groll, i H. Jörg Torrn an. Hans Küdolf Seebach. Hans Linder. ; Jeronimus Zigerli. Hans Herrman. Abraham Zehnder. | Baschi Berchtold. Hans Krebs. ! Josue Keller. ■ J: Casper von Graffenriedt. Petter Grüber. ; Yydt Läberli. Matheus Leeman. ! Petter Meley. 25 Nigeli Petterhans. Hans Starck. Casper Widerkher. Bitzius Balsiuer. O Hans Rüdtlinger. Yon Bv Fridli Bruner. Casper Regard. Hans Gründer. Von Z o Herr Stifftschryber Bundeli. Hans Heinrich Syfridt. Burckhart Hüserman. Hans Rami. Baldasar Schürman. Clous Wolschlegel. Hans Wolschlegel. Heinrich Wolschlegel. Von I Hans Jacob Frölich. Hans Jacob Pfauw. Samuel Tüffelbeii. Jochum Tüffelbeii. Von Lentzbur, Hanns Ambsler. Jedeon Ambsler. Cristoffel Liiprecht. Vß der Grafsch J: Anthoni von Erlach, landt- uogt derselbigen grafschafft. J: Hans Düring Eefinger. Hans Wolf. Heini Bigler. Castorius Keller. Benndicht Wyler. gdorf: Jacob Widmer. Jerman Müller. Vli Arner. ? ingen: Vli Hny. Josue Haberer. o Vli Spring. Hans Rickhart. © Hans Jacob Vli. Wernhart Koler. Heinrich Zuber. rugg: Jacob Rengger. Jacob Herrman. Hans Meyer. Hans Buwman. r vß der Statt: Fridli Härdi. Hans Heinrich Stucki. afft Lentzburg: J: Wolfgang Mey. J: Hans Friderich von H all wyl. — 26 Hanns Furtter. H: Hans Herpolt [S] zu Schöfftland. Fridli Elßiser. Bendict Berchtold. Melchior Dudtli. Wilhelm Welti. Hans Rudi Hächler. Rudi Hoffman. Yß dem An Jacob von Wartburg. Jacob Zimberli. Petter Stirneman. Von V Wolfgang Clous. Jacob Clous. Christian Gröüb. Burckhart Wackerwald. Von Ar Hans Turnherr. Durs Koler. Hans Lyb vnd gut. Vß dem Amt £ H: Petter Früdenrych, ober- uogt des ampts Schencken- berg. Von Hanns Hans Rudi G-raaff. Hans Müller. Hans Rudolf Clouwenpösch. Hans Liechti. Hans Rüpp. Oßwald Frölich. Rudi Rüpp. Albrecht Humbel. .pt Arburg: c Vli Geyser. Heinrich Reinkli . 29 angen: Clous Jacob. Rudi Beck. Daniel Beck. wangen: Burckhart Born. Jacob Lanntz. chenckenberg: © Vli Ambsler. Vli Trüb. Bipp: Murer. Von Biberstein: H: oberuogt Niclous Boumgarter. | Hans Gärwer. 29 Korrigiert aus „Reinnli“. 27 Arouw Schützen: H: Niclous Huntzicker. H: Lienhart Casthoffer. Hans Rudolf Schmutzinger. Hans Bloumer. Hans Jörg Simliger. Anthoni Bunder. Matheus Rodtbletz. Martin Perin. Yriel Huntzicker. Daniel Franck. Hans Heinrich Landolt. Hans Holtzrütti. Felix Kläber. Dionisius Lutz. Jacob Ertzenholtz. Casper Meyer. Jochum Wirtz. Wolfgang Gamper. Hans Härdi. o Yli Nüschicker, Hans Segisser. Hans Yrich Feldbach. Heinrich Ambsler. Benndict Huntzicker. Friderich Kilchoffer Hemman Altenbach. Adam Meyer. Hans Meier. Lienhart Strubhaar. Gdadi Fust. Von Louffenberg: Hans Fridli Ranck. Mathyas Meyer. Hanns Jörg Mangolt. Vß vnd von den Stetten der Acht alten Ortten: Baden. Matheus Lang. Vlrich Schnorf. Adam Eglof. Hanns Glättli. Vß dem Solothurner piet: Von Bechburg. ]Rüdi Wirtz. |Hans Keller. Vß dem Baßei biet: Von Liechstell. Marti Furbenmyer. 30 Von Varnspurg d. V: Jörg Vbersechs. Daniel Kretz. Hans Hägler. Michael Brotbeck. Rudi Imhoff. Marti Meyer. Hanns Rorer. Heini Garster. Christen Meyer. IHans Stöckli. | [Lienhart Spitteier. iHanns Schwab. Christen Händtschi. iHanns Jacob Gaß. sic! 28 Volget weliche Personen \ß jetzgemelten Schützen zu Sihnern erwelt vnd erkießt worden. Yß vnser gnedigen herren statt Bern ob dem Bowald. Junckherr Hans Rudolf von Erlach. Yß der landtschafft vnderm Bowald: Junckherr Augustin von Lutternouw. Vß dem huß Österych: Von Louffenberg. H. Hemman Altenbach. Von Baden der 8 Orten Vfndertanen]: H. Matheus Lanng. Vß dem Solothurner piet: H. Jörg Vbersechs von Bechburg. Vß dem Baßei piet: H. Marti Furienmeyer. Von Arouw: H. Niclous Huntzicker. Volget wieuil Nüner gsyn vnd derselbigen Kämmen. Von Bern vß vnser gnedigen h: statt: Maritz Kün 9. Matheus Leeman 9. Von Zoffingen: Hans Rickhart 9. Hans Rämi 9. Vom Trachselwald v. a.: Hans Turnherr 9. Vß der Grafschafft Lenntzburg: Hans Rüpp. 29 — Welliche die besten vnd höchsten gaabcn gwunen: Hanns Rickhart die höchst 30 gl. Matheus Leeman die ander 20 gl. Hanns Turnlierr die dritt 10 gl. Maritz Kün die beste geltgaab. Yolgot hernach, welche die nebent hohen (deren nun par gsyn) gewonen: Mathyas Meyer von Louffenberg hatt gewunen das 1. par hohen. Hanns Heinrich Landolt von Arouw hat gwunen das 2. par hohen. Jacob Zimberli das 3. par hohen. AVullschlegel von Zoffingen das 4. par hohen. Hans Härdi von Arouw das 5. par hohen. Casper Regar von Burgdolf das 6. par hohen. Heinrich Zuber von Zoffingen das 7 . par hohen. Junckherr Anthoni von Erlach, landtuogt zü Lentzburg das 8. par hohen. Fridli Bruner von Burgdorf das 9. par hohen. Item die hosen in der fryen kherschyben h a n d g w u n e n: Hans Heinrich Landolt von Arouw. Hans Jacob Erblich von Brugg. Item den Ritterstich hat bhalten: © Hans Ylrich Feldbach von Arouw. Die Magt: Petter Meley von Bern. Dih schiehets anfang am mentag 9. Mey, vhgang am mitwuchen 11. Mey 1596. 30 Aus dem Ende des XVI. und dem Anfang des XVII. Jahrhunderts melden die Ratsprotokolle folgendes: Vif den 15. 4 Junii [1597] ist vif der schützenmeisteren anbringen erkhendt, einen mußquetten schießet zehaltten vnd vergäbet ein par hosen vnd vier fä an geltt, ouch die benachpürtten darzü gladen. 31 1597, 29. Junii. Schützen Ordnung, nämlich hiemit abgsteltt daß schießen inn der wuchenn, alein am mentag, ouch an keinem nach- hochzitt zum zil schießen, was inen vergabett ist. 32 Den 27. tag wintermonat [1597] vor rhätt vnd burgren ist abgraten, diewil min gnedig herren von Bernn den mußquetten schützen alhie jerlich vergaben wollen zwei par hoßen, eins zü vßtagen vnd eins zu herpstzitt, also wend min herren alhie ouch jedesmal ein par hosen verehren der statt färb. 33 Zoffinger schießet 20 augsten [1598], habend min herren jedem, so an schießett gat, zegeben thüt x bz. 34 1601, 18. Martii. Vor Rat. Der schützen halber ist abgerathen vnd erkhennt, daß sy nit gwaltt sollend haben, die gaben, so inen min herren jerlich zeuerschießenn geben, nit selbs sollend by den tüch- lütten die gaaben vßnemmen, sonder so sy daßelbig ver- kurtzwylen wend, so sollend sy zü dem seckelmeister kheren, derselbig wirt inen die gaab vßnemmen vnd inen vßhin hencken, waß aber die schürletz an sontagen an- trelfen, mögent die schützenmeister die wol selbs kouffenn. 35 1601, 15. Septembris. Vor Rat. Min herren habendt daß vnordenlich schießenn vßerthalb der statt in den güetren vnd miner herren Zeichen be- 31 Katsmanual 30 fol. 163. 32 Katsmanual 30 fol. 165. 33 Ratsmanual 30 fol. 175. 34 Ratsmanual 30 fol. 196. 35 Ratsmanual 30 fol. 356. 31 Schicht, abgstelt vnd soll in der kilchen verkündt werden, den übertrettenden vmb x & zestraffen. 30 1601, . . Septembris (nach dem 15. und vor dem 21.). Yor Rat. Eß sol ouch fürthin kein schütz vmb den wyer mit der büchsen nit wandien, dan welcher da ergriffen wurde, sol minen herren iij S vnableßiger büß verfallen syn. 37 Im Jahre 1604 besuchten die Aarauer Schützen das Freischießen in Solothurn und ein Jahr später dasjenige in Basel; die Akten melden: Vff mittwuchen den 3. Octobris anno 1604 vor rhadt. Es sindt fürkheert die h. schützenmeister vnd abgeordnete in namen gmeyner gselschafft vnd habend angezeigt, daß sy an houpt- schießet gan Solothurn geladen, vnd hierüber ein stür begärt. Hieruff myn herren ihnen, so vil an der anzal hinuff reysen werden, jegklichem zween guldi in seckel geben vnd verehrt haben mit anzeigung, sy möchten dermaßen ehr ynlegen vnd ettwaß darvon bringen, wurden myn herren aber denzmalen nach gstalltsami der sach thün. 88 Diß verfloßnen jars [1604] vff den 17. octobris ist ein lustig houptschießen mit musqueten in der loplichen statt Solothurn gewäsen vnd sindt gaaben gsyn, so houptgaaben gnent worden, fünf vnd zwentzig, nämlich zehen silberin bächer, darunder der höchst dryßig vnd der geringst sächs cronen wärt gsyn, item ein gaab ist gsyn 15 vngarisch ducaten, zween ochsen vnd 12 par hosen. Daruff ist auch eyn ehrsamme gselschafft allhie gladen worden, vnd habendt myn herren eynem jeden, so sich dahin verfügt, zween guldi, so vil alls der doppel gsyn, verehert. Yollgett weliche sich dahin verfügt vnd waß sy gewonnen. Heinrich Ambsler der allt, Hans Rüdolff Schmutzinger, Balthassar Huntzicker, Jeronimus Schmutzinger, Matheus Rhodt- plätz, Jacob Räber, Felix Kläber, Hanß Caspar Casthoffer, Daniel 30 Ratsmanual 30 fol. 391. 37 Daselbst. 38 Ratsmanual 30 fol. 683. 32 Franck, Heinrich Ambsler der junng, Jochum Louber, Hanns Heinrich Landollt, Vli Niischicker, Fetter Blouner, Hanß Eüdi Glar, Frydli Gysi, Wolffgang Gamper, Melchior Harlepp, Hanß Sägisser, Daniel Haberstock, Hanns Eüdi Wanger vnd ich Bendicht Huntzicker der stattschryber. Hans Eüdolff Wanger hatt vnder dißren schützen die beste gab gwonnen, wahr vngfahrlich by den xxviij Heinrich Ambslers gab by den xxv fä Balthassar Huntzickers by den xxij Y Hans Heinrich Landolts ein silberner bächer, vnd anderer gaaben mehr. 39 Es habend die herren von Basel diß jars [1605] eyn sehr mechtiger vnd schöner houptschießen gehallten vnd sindt allem schützen namen, so von vnßer zillstat dahin gereyset, im. rhadts- protocoll, auch waß ihnen von myn herren vergaabet worden, verzeichnet; sy habend sich ehrlich vnd woll gehallten, auch sehr schöne silber vnd ander gaaben gwonnen. 40 1605, vltima Maij. Yolgend deren namen, so sich an Baslischen schießet an- schryben laßen: Hanns Eüdolff Schmutzinger. Heinrich Ambsler. Vli Nüschicker. Petter Blouner. Hans Caspar Casthoiier. Hans Eüdi Glar. Jeronirnus Schmutzinger. Daniel Franck. Hans Heinrich Landolt. Melcher Harlep. Jochum Berschyn. Hans -Eüdi Wannger. 39 Ratsmanual 27 fol. 557 f. 40 Ratsmanual 27 fol. 567. Die Schützengesellschaft besaß später zahlreiche Silbergeschirre, wie folgende Notiz zeigt: 1668, 28. Mai / 7. Brachmonat. Mein herren habent den Schützen auff anhalten h. Schützen meister Danners verwilliget, ihr Silbergeschir vßert 6 hochen vergulten bächern, so da mit 2 declden wegendt 116 lodt, zu verkauffen, da der Vberrest sich belaufft 236 */ 2 lodt, welches h. Ilieronimo Huntzigker das lodt per 14 bz verkauft! worden, welche an ein gültbrieff gewent vnd auß dem Zinß widerumb Silbergeschir erkaufft werden sol. Ratsmanual 53. Dißeren persohnen habend myn herren verehret an pfennigen lxxx g\ 41 Im Jahre 1606 fand in Lenzburg ein Freischießen statt; am 27. Mai/6. Brachmonat d. J. ersuchte der Landvogt Peterman von Wattenwil die Stadt Aarau um Ueberlassung von «ein par Zälten» zu «besserer vnderhalt vnd beschirmung der schützen» J 2 Wie sehr das Schützenwesen zu dieser Zeit von der Obrigkeit begünstigt wurde, geht aus nachfolgendem Schreiben der Stadt Aarau an Bern hervor. 43 Gestreng, edell etc. etc. Wir haben v: gn d : Schryben den 15. a Julij datiert woll überantwurt empfangen, auch deren begähren, wie vill wir Schützen in vnser Burgerschafft habint vnd wie vill derselbigen zu gewöhnlichen Schießtagen vmb die gaben schießindt, auch was vnd wie vill vns der gaaben von v: gnd. jährlichen vff vnser Zilstatt zu verkurtzwylen überantwortet werdint, v: gn d . zu verständigen. Hieruff füegen wir dieselbig zevernemmen, das die anzall der Schützen vnser Burgerschafft ohngefahr ist hundert vnd dryßig Persohnen, welliche zu gwüßen vnd bestimpten Zytten durchs Jahr gemeincklieh zum Zill schießen müeßend; deren aber, die alle Sontag schiesendt, sindt gewöhnlichen dryßig, etwan minder oder mehr ohngefahrlichen. Die gaaben belangent, so wir jährlichen von v: gn d . zu empfachen habend, deren sindt drii Pahr Hoßen vnd drü Stück Schürletz, glycher gestalten habend auch wir ihnen drü Pahr hoßen vnd drü stuck Schürletz zu sampt dem bley vnd Bulffer, was sy durchs gantz Jahr verbrachen thundt, bißhäro dar zu khouffen vnd zustellen laßen. Datum 9. Augustj 1614. Schultheiß und Bat zu Arau. 41 Katsmanual 30 fol. 739. 42 Stadtarchiv Arau: Akten Bd. 174 (Missiven X) n. 17. 43 Staatsarchiv Aargau: Arauwbuch A Fol. 361.